Bei Zusammenstößen im türkischen Wahlkampf sind mehrere Menschen getötet worden. Das meldet die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Demnach wurden bei dem Vorfall im mehrheitlich kurdischen Distrikt Suruç im Osten der Türkei vier Menschen getötet und acht weitere verletzt. Der Vorfall ereignete sich beim Besuch eines Abgeordneten der Regierungspartei AKP.

Die Berichte zum Ablauf des Geschehens sind widersprüchlich. Anadolu und die Agentur Doğan meldeten eine Schießerei. Anadolu berichtete außerdem, Bewaffnete hätten eine Gruppe von AKP-Wahlkämpfern um den Abgeordneten İbrahim Halil Yıldız angegriffen. Dessen Bruder sei dabei getötet worden, der Abgeordnete selbst sei unverletzt. Seitens des Gouverneursbüros der zuständigen Provinz Şanlıurfa war dagegen nur von einer "Schlägerei zwischen zwei Gruppen" die Rede.

Regierungsfreundliche Medien meldeten, die Angreifer seien Oppositionelle gewesen, die mit Stöcken und Messern bewaffnet gewesen seien. Regierungskritische Medien geben dagegen den AKP-Mitgliedern die Schuld: Leibwächter des Abgeordneten hätten das Feuer eröffnet. Vorausgegangen sei ein Streit mit einem Geschäftsmann, der gesagt habe, er werde nicht für die AKP stimmen.

Ministerpräsident Binali Yıldırım wiederum machte die Kurdenpartei PKK für den Zusammenstoß verantwortlich. Die prokurdische HDP rief zur Ruhe auf und kondolierte den Angehörigen der Toten. Der Wahlkampf dürfe nicht zu Blutvergießen führen, erklärte die Partei. Die Regierung müsse für Sicherheit im Wahlkampf sorgen. Am 24. Juni finden in der Türkei Präsidentschafts- und Parlamentswahlen statt.