Die Einwanderungspolitik der USA sorgt für Engpässe in den Asylunterkünften für junge Migranten. Viele der Unterkünfte sind bereits ausgelastet oder fast voll. Die New York Times berichtet, nach offiziellen Zahlen müssten in den 100 Unterkünften derzeit mehr als 11.000 Jugendliche versorgt werden.

Im texanischen Brownsville sei eine Notunterkunft für Minderjährige in einem stillgelegten Supermarkt eingerichtet worden, auch temporäre Zeltunterkünfte auf Armeebasen würden erwogen. Das Gesundheits- und Sozialministerium kündigte an, am Grenzübergang Tornillo in Texas werde derzeit eine Notunterkunft in Zelten für 360 Kinder geplant. Tornillo liegt in der Wüste, wo die Temperaturen auf bis zu 37 Grad steigen können. Die Zelte sollen aber klimatisiert sein. 

US-Justizminister Jeff Sessions hatte im Mai eine Null-Toleranz-Politik gegenüber Familien ausgerufen, die über die US-mexikanische Grenze illegal ins Land kommen. Das bedeutet, dass die Eltern inhaftiert und ihre Kinder in staatliche Unterkünfte gebracht werden. Dadurch ist die Zahl der betroffenen Kinder rasant gestiegen. Nach Angaben der US-Regierung wurden seit Oktober Hunderte Familien getrennt.

Sessions verteidigte seine Politik mit einem Bibelzitat: "Ich möchte auf den Apostel Paulus und seine klare und weise Anordnung im Brief an die Römer 13 verweisen, wonach die Gesetze der Regierung befolgt werden müssen, weil Gott die Regierung zu seinen Zwecken eingesetzt hat", sagte er bei einer Veranstaltung. Das Weiße Haus äußerte sich nicht direkt zu der Aussage, bestätigte aber, es sei "sehr biblisch", das Gesetz anzuwenden.

Republikaner bereiten Entwurf zu Verbot vor

Die harte Linie hat Sessions auch internationale Kritik eingebracht. Das UN-Menschenrechtskommissariat forderte die USA auf, Kinder von illegal ins Land eingereisten Einwanderern nicht weiter von ihren Eltern zu trennen. In US-Medien machte der Fall einer honduranischen Mutter am Grenzübergang im texanischen McAllen Schlagzeilen. Laut ihrer Anwältin hatten Grenzpolizisten der Frau das stillende Kind von der Brust genommen.

Auch innerhalb der Republikaner wird die Trennung von Familien kritisiert. Der einflussreiche Republikaner Paul Ryan sagte, er fühle sich mit dieser Praxis nicht wohl. "Wir wollen nicht, dass Kinder von ihren Eltern getrennt werden." Wie AFP berichtet, bereiten Republikaner im Repräsentantenhaus bereits ein Verbot vor, das kommende Woche vorgelegt werden soll.