Das UN-Menschenrechtskommissariat hat die USA aufgefordert, Kinder von illegal ins Land gekommenen Einwanderern nicht weiter von ihren Eltern zu trennen. Es stelle einen schweren Verstoß gegen Kinderrechte dar, Familien zu trennen, sagte UN-Sprecherin Ravina Shamdasani. Das Wohl der Kinder müsse immer an erster Stelle stehen, unabhängig von den jeweiligen Zielen der Einwanderungspolitik. US-Justizminister Jeff Sessions entgegnete in einem Radiointerview: "Wenn Menschen nicht von ihren Kindern getrennt werden wollen, dann sollten sie sie nicht mitbringen."

Sessions hatte im Mai eine "Null Toleranz"-Politik gegenüber Menschen ausgerufen, die über die US-mexikanische Grenze illegal ins Land kommen. Schon Monate zuvor hatten die US-Behörden im Zuge der rigorosen Einwanderungspolitik von Präsident Donald Trump damit begonnen, illegal über die Grenze gelangte Eltern und ihre Kinder zu trennen, da sie sie nach US-Gepflogenheiten nicht gemeinsam in Gewahrsam nehmen. Nach Angaben der US-Regierung wurden seit Oktober schon Hunderte Familien auf diese Weise getrennt.

"Dies ist eine Null-Menschlichkeit-Politik"

Senator Jeff Merkley von den Demokraten kritisierte die Trump-Regierung dafür: Durch die Trennung von ihren Eltern werde den über die Grenze gekommenen Kindern ein Trauma aufgezwungen. Diese Minderjährigen würden in eingezäunten Anlagen festgehalten, die Hundezwingern ähnelten, berichtete der Parlamentarier, der solche Zentren besucht hatte. "Dies ist keine Null-Toleranz-Politik. Dies ist eine Null-Menschlichkeit-Politik", sagte er.

Trump machte hingegen die Demokraten für die Familientrennungen an der Grenze verantwortlich. Die Gesetze zur Grenzsicherheit sollten geändert werden, aber die Demokraten "können nicht die Kurve kriegen", kritisierte der Präsident auf Twitter. Er verwies auf sein Projekt des Mauerbaus an der Grenze zu Mexiko, für das ihm der Kongress bislang die verlangten Milliardensummen verweigert. Trump suggerierte mit seiner Twitter-Botschaft, dass durch robustere und ausgedehntere Grenzanlagen die illegale Einwanderung eingedämmt und damit auch Familientrennungen vermieden würden.