Die New Yorker Generalstaatsanwaltschaft verklagt US-Präsident Donald Trump wegen dessen Umgang mit der Familienstiftung. Generalstaatsanwältin Barbara Underwood wirft der Trump-Stiftung vor, Gelder für die "persönlichen und geschäftlichen" Interessen Trumps zweckentfremdet zu haben. So soll die Stiftung unter anderem Gelder für die Wahlkampagne des heutigen Präsidenten abgezweigt haben.

Die am Donnerstag veröffentlichte Klage richtet sich auch gegen Trumps Söhne Donald Jr. und Eric sowie seine Tochter Ivanka. Die Strafverfolger verlangen die Erstattung einer Summe von 2,8 Millionen Dollar, eine Spende in Höhe von einer Million Dollar an andere gemeinnützige Organisationen und die Schließung der Stiftung. Außerdem soll es Trump für einen Zeitraum von zehn Jahren verboten werden, dem Verwaltungsrat einer wohltätigen Organisation mit Sitz in dem Bundesstaat anzugehören.

Trump vermutet hinter der Klage die Arbeit "schäbiger Demokraten"; die Generalstaatsanwältin Underwood gehört den Demokraten an. Trump twitterte, seine Stiftung habe mehr für wohltätige Zwecke ausgegeben als eingenommen. Im Rechtsstreit werde er sich nicht auf eine einvernehmliche Regelung mit der Staatsanwaltschaft zur Vermeidung eines Prozesses einlassen.

In der Klage heißt es: "Die Stiftung ist kaum mehr als eine leere Hülle, die ohne Aufsicht ihres Vorstandes funktioniert." Trump habe die Stiftung mehr nach Laune als nach Gesetz geführt.

Die zweifelhaften Geschäfte der Trump-Stiftung waren 2016 öffentlich geworden. Recherchen der Washington Post zeigten, dass Trump unter anderem Kosten für eine rechtliche Auseinandersetzung in Höhe von 258.000 Dollar von der gemeinnützigen Stiftung bezahlen ließ – ein Verstoß gegen das Steuerrecht. Die Stiftung soll 2007 im Rahmen eines Vergleichs zwischen Trump und der Stadt Palm Beach 100.000 Dollar an einen Veteranenverband überwiesen haben; bei dem Streit war es um eine Fahnenstange auf einem von Trumps Grundstücken gegangen.

Auch in New York legte Trumps Unternehmen dem Bericht zufolge eine rechtliche Auseinandersetzung gegen eine gemeinnützige Spende von 158.000 Dollar bei. Das Geld kam auch in diesem Fall nicht von Trumps Unternehmen, sondern von seiner Stiftung.

Wenige Wochen nach Bekanntwerden des Falls, im Oktober 2016, durfte die Trump-Stiftung keine Spenden mehr sammeln. Im Dezember 2016 kündigte Trump die Auflösung seiner Stiftung an. Durch den Schritt wollte er nach eigenen Angaben einen möglichen Konflikt mit seiner Rolle als Präsident vermeiden. Weil die Stiftung aber bereits Gegenstand von Ermittlungen war, durfte er das nicht.