Israel hält den Austritt der USA aus dem UN-Menschenrechtsrat für richtig. Dieser Schritt sei eine "mutige Entscheidung gegen die Heuchelei des sogenannten Menschenrechtsrats", sagte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Die internationale Organisation habe seit Jahren bewiesen, dass sie "feindselig und antiisraelisch" sei.

Netanjahu warf dem Rat zudem vor, seine eigentlichen Aufgaben zu verfehlen. "Anstatt sich um Regime zu kümmern, die systematisch Menschenrechte verletzen, konzentriert sich der UN-Menschenrechtsrat zwanghaft auf Israel", sagte er. Dabei sei das Land die eine wahre Demokratie im Nahen Osten.

Die Regierung von Präsident Donald Trump hatte zuvor den Rückzug der USA aus dem UN-Menschenrechtsrat verkündet. Außenminister Mike Pompeo und die amerikanische UN-Botschafterin Nikki Haley warfen dem Gremium Verlogenheit und eine israelfeindliche Haltung vor. Sie bezeichneten den Rat als eine "Jauchegrube der politischen Voreingenommenheit".

Austritt stößt weltweit auf Kritik

Kritik am Austritt der USA kommt hingegen von den Vereinten Nationen. Die Arbeit des Rats spiele eine sehr wichtige Rolle für den Schutz der Menschenrechte weltweit, teilte UN-Generalsekretär António Guterres in New York mit. Auch UN-Menschenrechtshochkommissar Seid Raad al-Hussein bezeichnete den Rückzug der USA als "enttäuschend". Angesichts der derzeitigen Menschenrechtslage weltweit sollten die USA ihr Engagement verstärken, anstatt es zurückzufahren, sagte al-Hussein.

Auch die Bundesregierung kritisiert den Rückzug der USA. Es sei "sehr traurig", dass man das Ziel der Menschenrechte nicht mehr gemeinsam im Rat verfolgen werde, sagte die Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Bärbel Kofler, laut einer Mitteilung des Auswärtigen Amtes. "In der Vergangenheit waren die Vereinigten Staaten für uns ein wichtiger Partner im Rat für den Einsatz für die Rechte von Menschen überall auf der Welt".  Das Gremium sei ein wichtiger Baustein der internationalen Ordnung.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch bezeichnete den Rückzug als "trauriges Spiegelbild der eindimensionalen Menschenrechtspolitik" der USA, bei der es nur darum gehe, Israel gegen jede Kritik zu verteidigen. Damit kehrten die USA nicht nur den Vereinten Nationen den Rücken zu, sondern Opfern von Menschenrechtsverletzungen weltweit.

Der UN-Menschenrechtsrat beobachtet die Einhaltung der Menschenrechte. Er hat 47 Mitgliedsländer, die von der UN-Vollversammlung für je drei Jahre gewählt werden. Viele der derzeitigen Mitglieder stehen wegen Menschenrechtsverletzungen in der Kritik – darunter etwa Venezuela, Burundi, die Philippinen, Saudi-Arabien und China.