Paul Manafort, ehemaliger Wahlkampfmanager von US-Präsident Donald Trump, muss wegen mutmaßlicher Zeugenbeeinflussung vorerst ins Gefängnis. Manafort, der wegen Geldwäsche und Steuerhinterziehung angeklagt ist, soll zwei Zeugen kontaktiert haben, um sie in seinem Sinne zu beeinflussen. Ein Gericht in Washington entschied deshalb, dass Manafort bis zum Prozessauftakt hinter Gittern bleiben müsse.

FBI-Sonderermittler Robert Mueller hatte den zuständigen Richter bereits vergangene Woche gebeten, Manafort in Haft zu nehmen. Manafort habe Zeugen für die gegen ihn anstehenden Prozesse angerufen oder über verschlüsselte Textbotschaften kontaktiert, um sie zu "erheblichen Falschaussagen" zu bewegen. Auch Manaforts russischer Geschäftspartner Konstantin Kilimnik soll versucht haben, Zeugen zu beeinflussen. Die Ermittler verdächtigen Kilimnik zudem, Kontakte zum russischen Geheimdienst zu unterhalten.

Der frühere FBI-Chef Mueller will herausfinden, ob Trumps Wahlkampfteam vor Amtsantritt des Präsidenten illegal mit Moskau kooperierte und ob der US-Präsident später versuchte, die Ermittlungen zu diesen Russland-Kontakten zu behindern. Muellers Untersuchungen führten bislang zu mehr als 20 Anklagen. Die Beschuldigten sind meist russische Bürger und Firmen: Sie sollen sich in den US-Wahlkampf eingemischt haben.

Auch Manaforts Anklage und Festnahme ist auf Muellers Ermittlungen zurückzuführen: Manafort und seinem Vertrauten Rick Gates werden Geldwäsche und Steuervergehen vorgeworfen. Sie sollen Lobbyarbeit für den gestürzten prorussischen ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch betrieben haben. Ein erster Prozess soll am 10. Juli beginnen, weitere Anklagepunkte werden vom 17. September an verhandelt. Manafort war bereits im Oktober angeklagt worden. Seitdem lebte er quasi unter Hausarrest und trug eine elektronische Fußfessel.