Nach einem Protest gegen die Einwanderungspolitik von Präsident Donald Trump sind in der US-Hauptstadt Washington fast 600 Menschen vorübergehend festgenommen worden. Sie hatten in einem Senatsgebäude mit einer Sitzblockade gegen die Trennung und Inhaftierung von Einwandererfamilien im Rahmen von Trumps Null-Toleranz-Politik protestiert. "Die Familien müssen zusammen in Freiheit bleiben", forderten sie auf einem Transparent.

Die Kapitolspolizei, die für den Schutz der Regierungsgebäude zuständig ist, nahm nach eigenen Angaben etwa 575 Menschen wegen "ungesetzlichen Demonstrierens" vorübergehend fest. Die Fälle seien sogleich bearbeitet und die Betroffenen danach wieder freigelassen worden, teilte die Polizei mit. Sie müssen mit einer Geldstrafe rechnen.

Die demokratische Kongressabgeordnete Pramila Jayapal schloss sich dem Protest an. Auf Twitter schrieb Jayapal, sie sei stolz, dass sie zu den Festgenommenen gehöre. Sie und andere Protestierende seien auf die Straße gegangen, "um dafür zu kämpfen, dass unsere Familien frei sind, (...) unsere Kinder mit ihren Eltern sein können – nicht in Käfigen, nicht im Gefängnis, sondern um ein freies und sicheres Leben zu leben". Auch die Schauspielerin Susan Sarandon war unter den Festgenommenen.

Der Protest wurde von einem Zusammenschluss von mehreren Gruppen organisiert. Darunter waren die Organisatorinnen des Women's March und die Organisation Casa de Maryland, die sich für die Rechte von Einwanderern einsetzt. Am Samstag soll eine weitere Demonstration gegen Trumps Einwanderungspolitik stattfinden.

Die Regierung Trump hatte im Rahmen einer Null-Toleranz-Politik Kinder von illegal ins Land kommenden Migranten von ihren Eltern getrennt in Heimen untergebracht. Nach einem Aufschrei der Empörung in der Öffentlichkeit stoppte Präsident Trump jedoch in der vergangenen Woche diese Praxis per Dekret. Rund 2.000 Kinder sind aber nach Angaben der Regierung weiterhin von ihren Eltern getrennt.