Im Syrien-Konflikt haben sich die USA und die Türkei nach türkischen Angaben auf eine Entwaffnung der Kurden-Miliz YPG verständigt. Die mit den USA verbündete syrische YPG gebe ihre Waffen ab, sobald sie die nordsyrische Stadt Manbidsch verlasse, sagte der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu. Dies sei Teil der Vereinbarung, die er am Montag mit seinem US-Kollegen Mike Pompeo erzielt habe.

Die Umsetzung beginne in zehn Tagen und sollte binnen sechs Monaten abgeschlossen werden. Das Vorgehen im Streit um Manbidsch könne auch ein Modell für andere von der YPG gehaltene Regionen und Städte wie Rakka oder Kobane sein.

Die YPG bestätigte, dass sich die in Manbidsch verbliebenen Militärberater aus der Stadt zurückziehen würden. Die Kampfeinheiten hätten die Gegend aber bereits im vergangenen November geräumt. Lediglich die Berater seien noch dort, um mit dem örtlichen Verteidigungsrat zusammenzuarbeiten. Dieser solle die Stadt künftig allein verteidigen.

USA erklären YPG nicht zur Terrororganisation

Nicht nachgekommen ist die US-Regierung Çavuşoğlu zufolge dem türkischen Wunsch, die YPG als Terrororganisation einzustufen. Die Türkei ihrerseits werde trotz der Zusammenarbeit mit den USA im Syrien-Konflikt auch weiter mit Russland kooperieren.

Die YPG hatte  Manbidsch, eine Stadt westlich des Euphrat, im August 2016 mit Unterstützung der US-Streitkräfte von der Terrormiliz "Islamischer Staat" eingenommen. Im Norden Syriens unterstützen die USA die YPG, die von der Türkei als Terrororganisation und Ableger der Kurdenpartei PKK verfolgt wird. Die Regierung in Ankara hat gedroht, den Einsatz der Armee von der YPG gehaltenen Region Afrin auf Manbidsch auszudehnen. Damit bestünde die Gefahr einer direkten Konfrontation zwischen Soldaten der beiden Nato-Partner.

Die türkische Nachrichtenagentur Anadolu hatte bereits in der vergangenen Woche berichtet, dass es eine Übereinkunft über einen allmählichen Rückzug der YPG aus Manbidsch gibt. Dies dementierte das US-Außenministerium jedoch später.