Der ehemalige Regionalpräsident Kataloniens, Carles Puigdemont, hat Deutschland verlassen und ist laut seinem Anwalt zurück in Brüssel.

Puigdemont hatte seine Rückkehr in sein belgisches Exil bereits am Mittwoch angekündigt. Dort will er weiter für die katalanische Unabhängigkeit kämpfen. "Meine Reise wird nicht enden, bis alle politischen Gefangenen frei sind, diejenigen aus dem Exil zurückkehren können und die katalanischen Menschen ihr Recht zur Selbstbestimmung ohne die Drohung der Gewalt ausüben können", sagte er nach seiner Rückkehr. "Ich werde in die letzte Ecke unseres Kontinents reisen, um das gerechte Anliegen der Katalanen zu vertreten", so der 55-Jährige.

Puigdemont war vor vier Monaten in Schleswig-Holstein festgenommen worden, als er auf dem Weg von Finnland nach Brüssel war. In der belgischen Stadt lebt er, seitdem seine Regierung durch den spanischen Zentralstaat im Oktober infolge eines umstrittenen Unabhängigkeitsreferendums abgesetzt worden war. Ob ihm die Ausreise aus Deutschland möglich sein sollte, entschied sich erst vor wenigen Tagen, als das Oberste Gericht in Madrid den europäischen Haftbefehl wieder aufhob. Deshalb kann der Katalane sich außerhalb Spaniens nun wieder frei in Europa bewegen.