Die US-Regierung hat bisher streng vertrauliche Dokumente über die Überwachung eines Ex-Wahlkampfberaters von Präsident Donald Trump freigegeben. Die New York Times und andere Medien hatten unter Berufung auf ein Gesetz zur Informationsfreiheit auf Herausgabe der Papiere geklagt. Das FBI stellte die massiv geschwärzten Dokumente auf seiner Website zur Verfügung.

Darin geht es einem Bericht der New York Times zufolge um Trumps früheren Mitarbeiter Carter Page. Das FBI hatte im Oktober 2016 vor Gericht einen Antrag auf Erlaubnis für dessen Überwachung eingeholt – und in der Folge mehrmals eine Verlängerung der Genehmigung beantragt.

Aus lesbaren Abschnitten der Dokumente gehe hervor, dass das FBI dem zuständigen Bundesgericht Fisa mitgeteilt habe, dass Cage "mit der russischen Regierung kollaboriert und sich mit ihr verschworen" habe, schreibt die New York Times. Die Ermittler gingen zudem davon aus, dass "Page Gegenstand gezielter Rekrutierung durch die russische Regierung" gewesen sei. Page selbst hatte immer bestritten, als russischer Agent fungiert zu haben.

Es ist äußerst ungewöhnlich, dass Dokumente über Überwachungsanträge von Fisa freigegeben werden. An den Methoden rund um die Beschattung von Trumps Ex-Berater hatte sich zu Jahresbeginn ein heftiger Streit im Kongress entzündet. Die Republikaner warfen dem FBI vor, seine Befugnisse missbraucht und unrechtmäßig eine Überwachungsgenehmigung im Fall Page eingeholt zu haben. Die Demokraten wiesen dies zurück.