US-Präsident Donald Trump hat sich überraschend bereit erklärt, sich "jederzeit" mit dem iranischen Staatschef Hassan Ruhani zu treffen. Auf einer Pressekonferenz im Weißen Haus, die der Fernsehsender ABC ausstrahlte, sagte Trump, ein solches Treffen sei nicht an bestimmte Voraussetzungen geknüpft. "Ich würde mich sicherlich mit dem Iran treffen, wenn sie es auch wollten. Ich weiß nicht, ob sie schon bereit dafür sind, sie machen gerade eine harte Zeit durch", sagte der US-Präsident. Er gehe aber davon aus, dass auch Iran zu einer Begegnung bereit sei.

Trump verteidigte seinen persönlichen Ansatz in der Diplomatie. "Ich glaube an Treffen", sagte er. "Man spricht mit anderen Leuten – besonders wenn es um möglichen Krieg und Tod, Hunger und viele andere Dinge geht. Man trifft sich." Erst vor einer Woche hatte Trump den iranischen Präsidenten gewarnt, "niemals wieder die USA" zu bedrohen, sonst werde dies härteste Konsequenzen zur Folge haben. Seine Drohung über Twitter setzte der US-Präsident komplett in Großbuchstaben. Zuvor hatte Ruhani den USA mit der "Mutter aller Schlachten" gedroht.

Das Atomabkommen mit Iran, aus dem die USA im Mai ausgeschieden waren, nannte er in der Pressekonferenz lächerlich. Wenn er mit Iran etwas erarbeiten solle, müsse dies etwas Bedeutsames sein und "keine Papierverschwendung" wie das vorausgegangene Abkommen. Dies wäre sowohl für den Iran als auch für die USA und die ganze Welt gut.

US-Außenminister Mike Pompeo nannte nach dem Auftritt des Präsidenten dann doch eine Reihe von Bedingungen, die die iranische Seite erfüllen müsse, ehe Trump einem Treffen mit Ruhani zustimme. Die Regierung in Teheran müsse sich dazu bekennen, "fundamentale Änderungen" daran vorzunehmen, wie sie ihr eigenes Volk behandele, und ihr "bösartiges" Verhalten im Nahen Osten einstellen. Außerdem müsse sie zustimmen, ein Abkommen abschließen zu wollen, das die Entwicklung von Atomwaffen tatsächlich verhindere, sagte Pompeo dem Sender CNBC. Dann sei Trump bereit, Gespräche mit ihnen zu führen.

Trumps Ausstieg aus dem Atomabkommen war auf scharfe Kritik gestoßen. Frankreich, Deutschland und das Vereinigte Königreich drückten ihr Bedauern darüber aus und beteuerten ihr Festhalten an dem Deal. Auch der ehemalige US-Präsident Barack Obama bezeichnete die Entscheidung als schweren Fehler.

Seit Beginn seiner Präsidentschaft kritisiert Trump die Regierung des Iran immer wieder. Auf den Ausstieg aus dem Atomabkommen folgten verbale Drohungen beider Regierungen. Zudem hatten die USA angekündigt, ihre Sanktionen gegen das Land zu verstärken. Das iranische Militär drohte den USA unmissverständlich mit Krieg.