Die italienische Regierung hat einen Vorschlag der EU zur finanziellen Entschädigung für die Aufnahme von Bootsflüchtlingen abgelehnt. Italiens Innenminister Matteo Salvini sagte, sein Land bitte nicht um Geld, sondern um Würde. Die EU-Kommission hatte angeboten, für jeden aus dem Mittelmeer geretteten Geflüchteten 6.000 Euro zu zahlen.

Salvini sagte, im Laufe der Zeit koste jeder Asylsuchende den italienischen Steuerzahler zwischen 40.000 und 50.000 Euro. Unklar war, worauf er diese Angaben stützte, und ob spätere Beiträge der Migrantinnen und Migranten zum Sozialsystem die Summe ausgleichen könnten.

Die EU-Kommission will das Geld an Länder zahlen, die freiwillig sogenannte Kontrollzentren einrichten. In den Zentren soll entschieden werden, ob die Migrantinnen und Migranten unter internationalen Schutz gestellt werden oder kein Anrecht auf Aufnahme in der EU haben.

Beim EU-Gipfel Ende Juni hatten die Staats- und Regierungschefs der 28 Mitgliedsstaaten unter anderem über die Forderung Italiens nach mehr Hilfe bei der Aufnahme von Migranten verhandelt.