Der libysche Regierungschef Fajis al-Sarradsch hat sich gegen EU-Aufnahmezentren für Flüchtlinge in seinem Land ausgesprochen. "Wir sind absolut dagegen, dass Europa ganz offiziell bei uns illegale Migranten unterbringen will, die man in der EU nicht haben möchte", sagte er der Bild-Zeitung.

"Wir werden auch keine Deals mit Geld mit der EU machen, um illegale Migranten aufzunehmen", sagte der Chef der international unterstützten Regierung der nationalen Einheit in Libyen weiter. Die EU solle vielmehr "mit den Ländern reden, aus denen die Menschen kommen und dort auch Druck ausüben".

Al-Sarradsch sagte, er wundere sich "schon sehr darüber, dass in Europa mittlerweile niemand mehr Migranten aufnehmen will, aber man uns bittet, hier weitere Hunderttausende aufzunehmen".

Der libysche Regierungschef wünscht sich außerdem mehr Besuche von EU-Politikern in seinem Land: Um Schleuser stärker bekämpfen zu können, seien globale Anstrengungen notwendig. Wichtig dafür sei auch, "dass europäische Politiker ein besseres Verständnis dafür bekommen, wie es in Libyen aussieht". Er hoffe in diesem Zusammenhang auch auf einen baldigen Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

Die EU hatte sich bei ihrem Gipfel Ende Juni auf eine Verschärfung ihrer Einwanderungspolitik verständigt. Sie will unter anderem Migranten in Aufnahmezentren außerhalb der EU unterbringen.