Das französische Parlament hat ein erweitertes Verbot von Handys in Schulen beschlossen. Es verbietet grundsätzlich, Mobiltelefone in allen Vor- und Grundschulen sowie in der Sekundarstufe I zu benutzen, wie der Radiosender France Info berichtete. Es betrifft Kinder und Schüler im Alter von drei bis 15 Jahren. Gymnasien haben die Möglichkeit, ebenfalls ein Handyverbot einzuführen, eine Pflicht besteht dort aber nicht.

Liberale und Abgeordnete der Regierungspartei La République en Marche stimmten in der Nationalversammlung für das Gesetz, Vertreter linker und konservativer Parteien enthielten sich. Mit dem Verbot wurde ein Wahlversprechen des Präsidenten Emmanuel Macron umgesetzt. Die Forderung des 40-Jährigen hatte viele überrascht, die Liberalen waren bisher eher dafür bekannt, neue Technologien zu preisen und Schulen mit mehr Computern auszustatten.

Die Idee des Verbots ist, dass sich Schüler ohne Ablenkung durch Handys in der Schule besser konzentrieren können sollen. Auch Mobbingfälle, in denen mit Handys auf dem Schulhof gefilmt wird, wie Kinder verprügelt werden, sollen damit ausgeschlossen werden.

Neu ist die Idee des Handyverbots nicht: Schon seit 2010 gibt es im Schulgesetz einen Artikel, der Handys an allen Grundschulen und im weiterführenden Collège im Schulgebäude verbietet. Nur waren bisher die Pausenhöfe von der Regelung ausgeschlossen. Neben Handys sind auch Tablets und Smartwatches in allen Schulräumen und bei Schulausflügen verboten. Ausnahmen gibt es, wenn das Gerät für den Unterricht selbst gebraucht wird, aber auch für Kinder mit Behinderung.

Vor allem Eltern kritisieren den Vorstoß. Sie sind es inzwischen gewohnt, ihre Kinder immer erreichen zu können. Wenn sich die Nachmittagsplanung ändert, sollen die Kinder informiert werden können. Manche Eltern wollen ihre Kinder auch in der Pause unterstützen, falls diese gemobbt werden.

Fraglich ist auch die Umsetzung des umfassenden Verbots. Ob Lehrer jeden Morgen alle Handys konfiszieren sollen, ist noch unklar.