Israel hat angekündigt, den einzigen Übergang für Warenlieferungen in den Gazastreifen unter Auflagen zu öffnen. Wenn der Waffenstillstand der dort herrschenden Hamas am Sonntag und Montag anhielte, werde Israel erlauben, dass der Übergang Kerem Schalom am Dienstag zu seiner normalen Aktivität zurückkehre, sagte der israelische Verteidigungsminister Avigdor Lieberman.

Am Freitag war bei palästinensischen Protesten an der Grenze des Gazastreifens zu Israel ein israelischer Soldat getötet worden. Die israelische Armee reagierte darauf mit Gegenangriffen, bei denen nach palästinensischen Angaben drei Hamas-Kämpfer und ein palästinensischer Zivilist getötet wurden. In der Nacht zu Samstag teilte die Hamas mit, sie habe sich unter Vermittlung Ägyptens und der Vereinten Nationen auf eine Feuerpause mit Israel geeinigt.

Den Grenzübergang Kerem Schalom hatte Israel am 9. Juli geschlossen und damit auf Brandsatzangriffe aus Gaza auf Israel reagiert. Nur humanitäre Hilfen waren von der Sperrung ausgenommen, die Ausfuhr von Waren war untersagt worden. Außerdem wurde die Fangzone an der Küste für die palästinensischen Fischer von neun auf sechs Seemeilen begrenzt. Lieberman sagte, die Zone könne am Dienstag wieder ausgedehnt werden.

Seit die radikalislamische Organisation Hamas 2007 die Macht im Gazastreifen übernahm, ist das Gebiet weitgehend abgeriegelt. Die Hamas bekämpft Israel militärisch und wird sowohl von Israel als auch von der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft. Mehr als zwei Drittel der Bevölkerung sind in dem schmalen Küstenstreifen auf Hilfslieferungen angewiesen.