Der Gipfel zwischen US-Präsident Donald Trump und Russlands Präsident Wladimir Putin in Helsinki ist beendet. Nach einem mehr als zweistündigen bilateralen Gespräch traten Trump und Putin gemeinsam vor die Presse. Beide Präsidenten zeigten sich zufrieden. Putin sagte, man könne das Gespräch "einen Erfolg" nennen. Trump betonte den gemeinsamen Willen zur Freundschaft zwischen den beiden Nationen. Konkretes brachte der Gipfel nicht. Trump sagte, es sei der Auftakt eines "langen Prozesses" des Dialogs. Das Treffen war der erste Gipfel zwischen den USA und Russland seit 2010.

Ein Thema, über das lange gesprochen wurde, war die mutmaßliche Einmischung Russlands in den US-Präsidentschaftswahlkampf 2016 zwischen Trump und Hillary Clinton. Putin sagte, sein Land habe sich nie in inneramerikanische Angelegenheiten eingemischt – Wahlen eingeschlossen. Trump sagte, er habe Zuversicht in die US-Geheimdienste, aber auch in Putin, der sehr klargemacht habe, dass er eine Einmischung zurückweist. Trump widersprach damit erneut seinen Geheimdiensten.

Weitere Themen waren der Krieg in Syrien, nukleare Abrüstung, die Annexion der Krim durch Russland und die Fußball-Weltmeisterschaft. 

Alle Berichte, Analysen und Kommentare zum Gipfeltreffen in Helsiniki finden Sie auf unserer Themenseite.

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Rieke Havertz
Die Pressekonferenz ist beendet, Wladimir Putin und Donald Trump verlassen den Saal im finnischen Präsidentenpalast.

Es wurde viel geredet, aber viel Konkretes hat der Gipfel nicht gebracht.

Beide Präsidenten haben den Willen zum Dialog zwischen den Ländern betont.

Wichtiges Thema war die Frage, ob Russland Einfluss auf den US-Präsidentschaftswahlkampf 2016 zwischen Donald Trump und Hillary Clinton genommen hat. Putin hat dies erneut bestritten. Er sagte, er habe Trump versichert, dass Russland sich niemals in inneramerikanische Angelegenheiten einmischen werde – und das beinhalte auch Wahlen.

Trump wiederum sagte, er habe große Zuversicht in die US-Geheimdienste, aber auch in Putin, der sehr deutlich gemacht habe, dass er die Einmischung leugne.
Carsten Luther
Waren die Beziehungen zwischen den beiden Ländern so schlecht wie nie, habe sich das nun geändert, sagt Trump – so etwa vor vier Stunden. Er gehe lieber ein politisches Risiko für den Frieden ein, statt den Frieden für die Politik zu riskieren.

Das fasst ziemlich gut zusammen, was der US-Präsident mitteilen möchte: Der Gipfel hat nicht viel Konkretes gebracht, aber der Dialog zwischen Russland und den USA wird weitergehen.
Bild: YURI KADOBNOV/AFP/Getty Images
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Rieke Havertz
Für Putin ist der Tag in Helsiniki noch nicht ganz vorbei, er trifft sich noch mit dem finnischen Präsidenten Sauli Niinistö. Dieses Treffen hat Donald Trump schon am Morgen absolviert. Er fliegt nach seiner Europa-Tour, die vergangene Woche mit dem Nato-Gipfel in Brüssel begann, zurück in die USA.

Wir beenden damit unsere Liveberichterstattung vom Treffen zwischen Wladimir Putin und Donald Trump. 

Alle Texte und Analysen zum Thema können Sie hier lesen.
Rieke Havertz
Wladimir Putin verteidigt während der Pressekonferenz die Pläne für die neue Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2. Durch Nord Stream 2 werde die Ukraine nicht als Gas-Transitroute verdrängt. Russland sei bereit, den 2019 auslaufenden Gas-Transitvertrag mit der Ukraine zu verlängern.

Putin schlägt zudem eine Zusammenarbeit mit den USA auf dem internationalen Energiemarkt vor. Trump kündigt an, dass die USA mit Russland bei Gaslieferungen konkurrieren werden.
Rieke Havertz
Die Krise in Syrien sei komplex, sagt Trump, und beide Länder müssten im Gespräch bleiben. Die Streitkräfte der beiden Länder würden gut zusammenarbeiten. Der US-Präsident habe klargemacht, dass der Iran nicht von der erfolgreichen Mission seines Landes gegen den "Islamischen Staat" profitieren werde.

Man werde weiter miteinander im Gespräch bleiben. "Das heutige Treffen ist nur der Anfang eines langen Prozesses", sagt Trump. Aber man habe den Willen zu einer Freundschaft, zu Friede und zu Kooperation.
Bild: BRENDAN SMIALOWSKI/AFP/Getty Images
Rieke Havertz
Donald Trump gratuliert Wladimir Putin zunächst erneut zur erfolgreichen Ausrichtung der Fußball-WM. Eine der besten, die es je gegeben habe.

Ein konstruktiver Dialog zwischen Russland und USA sei wichtig, um Frieden zu sichern, sagt Trump.
Er werde als Präsident immer das Wohl Amerikas und der amerikanischen Bürger im Fokus haben.

Über das Thema der möglichen Einflussnahme Russlands auf die US-Wahl sagte Trump, man habe eine lange Zeit darüber gesprochen. Auf Nachfrage eines Journalisten sagt Trump, er habe Hillary Clinton leicht geschlagen und es habe keine geheimen Absprachen zwischen seinem Wahlkampfteam und Russland gegeben. Auf eine weitere Nachfrage sagt Trump, er habe Zuversicht sowohl in die US-amerikanischen Geheimdienste als auch Wladimir Putin. Der russische Präsident habe heute sehr deutlich gemacht, dass er die Einmischung leugne. Außerdem lobt Trump das Angebot von Putin, die USA in den Ermittlungen gegen die zwölf russischen Geheimdienstmitarbeiter, die in der vergangenen Woche in den USA angeklagt wurden, zu unterstützen.
Rieke Havertz
In Bezug auf die Ermittlungen über eine mögliche russische Einflussnahme Russlands auf den Präsidentschaftswahlkampf zwischen Donald Trump und Hillary Clinton 2016 sagt Putin, er habe Trump versichert, dass Russland sich niemals in inneramerikanische Angelegenheiten einmischen werde – und das beinhalte auch Wahlen.
Rieke Havertz

"Ich denke, wir können es einen Erfolg nennen", sagt Wladimir Putin, der die Pressekonferenz eröffnet, über das Gespräch. Es sei offen und in konstruktiver, geschäftsmäßiger Atmosphäre verlaufen.

Es sei allen klar, dass das Verhältnis zwischen Russland und den USA eine schwere Zeit durchmache. Doch die Zeiten des Kalten Krieges seien lange vorbei.

Die USA und Russland würden sich neuen Herausforderungen stellen müssen. Russland sei bereit, mit den USA in den Bereichen Terrorismus und Cyber-Bedrohungen zu kooperieren.

Putin erklärt, er habe konkrete Vorschläge zur Abrüstung unterbreitet, insbesondere zur Ausweitung des Vertrages " Start" zur Reduzierung der strategischen Atomwaffen.

Alice Bota

Ein Journalist, der mit einem Blatt Papier im Saal der Pressekonferenz für Aufmerksamkeit sorgt, wird von Sicherheitskräften abgeführt. Auf dem Zettel stand geschrieben: Nuclear Ban Treaty.


Der Mann saß auf der russischen Seite im Saal.


Putin und Trump sind nach wie vor nicht im Saal. 

Alice Bota
Alles ist bereit im finnischen Präsidentenpalast. Nur die Protagonisten fehlen noch.
Bild: Alice Bota
Rieke Havertz
Drängeln vor dem Saal, in dem Trump und Putin vor die Presse treten wollen. Alle warten darauf, dass die Präsidenten vor die Kameras treten.
Bild: BRENDAN SMIALOWSKI/AFP/Getty Images
Lisa Hegemann
Ein früherer Staatssekretär aus dem US-Verteidigungsministerium zeigt sich angesichts des Trump-Putin-Gipfels besorgt. Chuck Hagel sagte, er sehe keinen strategischen Zweck hinter dem Treffen. "Was ist der Sinn? Ist das einfach ein Golf-Date – mit einem anderen Staatschef?", fragte er am Morgen bei NPR. Der frühere republikanische Senator kritisierte, dass ein Treffen mit Putin keine Transaktion wie ein Immobiliendeal oder eine "Apprentice"-artige Show sei. Es müsse eine Vorbereitung geben.

Hagel sagte auch, dass die Interessen der USA nicht diejenigen seien, die Präsident Trump definiere. "Wir müssen verstehen, dass die Interessen jeder Nation sehr viel größer sind als die eines einzelnen Staatschefs." Trump sei geschwächt in das Gespräch gegangen, weil er die Spaltung eines Bündnisses aufrechterhalten habe. Hagel spielt damit mutmaßlich auf den Nato-Gipfel in Brüssel an, bei dem der US-Präsident diverse Partnerländer kritisierte.