Die britische Polizei hat nach eigenen Angaben den Behälter gefunden, durch den zuletzt zwei Briten mit dem Nervengift Nowitschok in Kontakt gekommen sind. Die Frau starb am Sonntag an den Folgen, der Mann überlebte. Er ist noch im Krankenhaus, hat mittlerweile das Bewusstsein wiedererlangt und kann auch von der Polizei befragt werden.

Im Haus des Mannes in Amesbury konnten die Ermittlerinnen und Ermittler eine kleine Flasche sicherstellen. Tests hätten dann ergeben, dass die Flasche Nowitschok beinhaltet habe, teilte die Polizei mit. Es werde nun untersucht, ob diese Flasche dasselbe Behältnis sein könnte, das auch in Salisbury angewandt wurde. Außerdem werden die Ermittler versuchen, herauszufinden, wie die Flasche in das Wohnhaus des Mannes kommen konnte.

Die Mitarbeiter von Scotland Yard versuchen seit Monaten, herauszufinden, wie das Nervengift ins britische Salisbury kam, wo der russische Doppelagent Sergej Skripal und seine Tochter Julija im März in Kontakt mit dem Gift kamen. Beide überlebten den Angriff und befinden sich mittlerweile an einem geheimen Ort.

Es war zuletzt auch unklar, ob das Gift, an dem nun die Frau gestorben ist, aus derselben Charge stammt, der auch die Skripals ausgesetzt waren. Amesbury liegt 11 Kilometer von Salisbury entfernt.

Gefahr für die Bevölkerung als gering eingestuft

Neil Basu von der Antiterroreinheit von Scotland Yard sagte, der Fund sei ein wichtiger und positiver Schritt bei den Ermittlungen. Dennoch könne nicht ausgeschlossen werden, dass es noch an anderen Orten Reste von Nowitschok gebe." Die Ermittler würden die Suche fortsetzen, die Gefahr für die Bevölkerung werde als gering eingestuft.

Nowitschok – übersetzt Neuling – ist eine Gruppe extrem starker Nervengifte. Die Kampfstoffe bestehen aus mindestens zwei Komponenten, die bei Vermengung zur tödlichen Chemiewaffe werden.

Die britische Regierung wirft Russland vor, für den Anschlag auf die Skripals verantwortlich zu sein. Nowitschok wurde in der früheren Sowjetunion entwickelt, später wurde damit aber auch in anderen Ländern experimentiert. Der Kreml streitet die Vorwürfe ab. Der Fall löste eine schwere diplomatische Krise aus. Mehr als zwei Dutzend Länder wiesen russische Diplomaten aus. Russland reagierte ebenfalls mit Ausweisungen.