Zum Auftakt seines Gesprächs mit EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker hat US-Präsident Donald Trump gesagt, er hoffe auf einen "fairen Deal" im Handelsstreit zwischen der EU und den USA. Die Vereinbarungen sollten für beide Seiten gleichermaßen gelten, sagte Trump beim Empfang Junckers im Weißen Haus. Er erwarte, dass etwas "sehr Positives" passieren werde. 

Trump wiederholte seine Forderung nach einem fairen Handelsabkommen. Hoffentlich werde man diesbezüglich etwas ausarbeiten können, sagte er. Die USA hätten in den vergangenen Jahren Hunderte Milliarden Dollar im Handel mit der EU verloren. "Wir wollen nur, dass es faire Wettbewerbsbedingungen für unsere Landwirte, für unsere Produzenten, für alle gibt." Auch die EU solle davon profitieren. Den EU-Kommissionspräsidenten bezeichnete der Republikaner als einen "klugen" und "zähen" Mann.

Juncker sagte, die EU und die USA seien Partner und Verbündete, keine Feinde. Man müsse zusammenarbeiten und miteinander sprechen, nicht übereinander. Gemeinsam stünden beide Seiten für 50 Prozent des Welthandels.

Trump nahm die Aussage des Kommissionspräsidenten auf und sagte, es wäre gut, wenn im Zuge der Debatte alle Zölle und Handelsbarrieren beseitigt würden.

Der Kommissionspräsident war nach Washington gereist, um eine weitere Eskalation des Handelsstreits zwischen den USA und der EU abzuwenden. Nach einem kurzen Vier-Augen-Gespräch von Trump und Juncker sollten die Gespräche anschließend in erweiterter Runde fortgesetzt werden.

Beide Politiker hatten sich noch kurz vor ihrer Begegnung skeptisch gezeigt, ob sie den eskalierenden Handelsstreit mit Sonderzöllen und Gegenmaßnahmen lösen können. Die EU und besonders Deutschland fürchten Abgaben auf Autos, die in die USA eingeführt werden. Wie die Washington Post unter Berufung auf ranghohe Berater des Präsidenten berichtet, könnte Trump einen Zoll von 25 Prozent auf Autos einführen. Das entspräche der Höhe der neuen Zölle auf Stahl aus der EU.

Doch die Signale aus dem Weißen Haus waren widersprüchlich: Vor dem Treffen mit Juncker erneuerte Trump einen Vorschlag, den er bereits am Vortag via Twitter unterbreitet hatte. Die USA und die EU sollten alle gegenseitigen Handelsbeschränkungen aufheben. Wobei er im selben Tweet einräumte, die EU werde wohl nicht auf diesen Vorschlag eingehen.

Der Handelsstreit muss nach Einschätzung der Welthandelsorganisation (WTO) durch eine politische Vereinbarung der Staats- und Regierungschefs beendet werden. Der Konflikt sei politisch und nicht technisch, sagt WTO-Generaldirektor Roberto Azevêdo in Genf. Halte der Streit an, nehme nur die Weltwirtschaft Schaden.