Der Ministerpräsident von Haiti ist zurückgetreten, nachdem sein Plan, die Benzinpreise in dem armen Land massiv zu erhöhen, Unruhen ausgelöst hatte. Jack Guy Lafontant habe seinen Rücktritt vor dem Parlament des Karibikstaats bekannt gegeben, berichtete der Miami Herald.

Der Zeitung zufolge sei der Politiker damit einer Amtsenthebung durch ein Misstrauensvotum zuvorgekommen, das die Unterkammer des Parlaments veranlassen wollte. Er habe seinen Rücktritt dem Präsidenten des Landes auf der Insel Hispaniola mitgeteilt.

Vor etwa einer Woche waren bei gewalttätigen Protesten gegen eine geplante Erhöhung der Treibstoffpreise mehrere Menschen ums Leben gekommen. Demonstranten steckten in der Hauptstadt Port-au-Prince Straßensperren in Brand, plünderten Geschäfte, attackierten Hotels und zündeten Autos an. Vereinzelt fielen Schüsse. Die Flughäfen des Landes wurden geschlossen. Die Regierung nahm die Preiserhöhung von bis zu 50 Prozent daraufhin vorerst zurück.

Haiti gilt als ärmstes Land der westlichen Hemisphäre. Der Karibikstaat ist weitgehend von Hilfszahlungen aus dem Ausland abhängig, es herrschen verbreitet Korruption und Gewalt.