Israel riegelt den einzigen Warenübergang in den Gazastreifen ab. Der Grenzübergang Kerem Schalom werde wegen der anhaltenden Angriffe von Palästinensern mit Brandsätzen geschlossen, teilte die israelische Armee mit. Über den im Süden gelegenen Grenzübergang dürften nur noch humanitäre Hilfen geliefert werden, die Ausfuhr von Waren werde untersagt.

Seit Ende März die Proteste am Grenzzaun begannen, hätten Hunderte Drachen und Ballons mit Brandsätzen schwere Schäden auf israelischem Land angerichtet, hieß es zur Begründung. Insgesamt 2.600 Hektar Land seien in Flammen aufgegangen.

Israel kündigte zudem an, die saisonal bedingte Ausweitung der Fischereizone vor dem Gazastreifen von neun Seemeilen wieder auf sechs zu begrenzen. Weiter dürfen sich Boote aus dem Gazastreifen nicht von der Küste entfernen.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte, man werde gegen das Hamas-Regime im Gazastreifen "mit harter Hand" durchgreifen. Die in Gaza regierende Hamas nannte die Schließung des Grenzübergangs hingegen ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Die internationale Gemeinschaft müsse eingreifen, forderte Hamas-Sprecher Fausi Barhum.

Seit dem Frühjahr protestieren Palästinenser fast jeden Freitag gegen die Blockade des Gazastreifens. Dabei ist es mehrmals zu Zusammenstößen gekommen, bei denen Grenzsoldaten Palästinenser erschossen oder verletzten.

Der Gazastreifen ist weitgehend abgeriegelt, seit dort 2007 die islamistische Hamas-Bewegung die Macht übernahm. Die Schließung von Kerem Schalom könnte die ohnehin prekäre Versorgungslage im Gazastreifen verschlechtern. Mehr als zwei Drittel der Bevölkerung sind auf Hilfslieferungen angewiesen.