Frankreich und Russland haben erstmals ein gemeinsames Flugzeug mit Hilfsgütern nach Syrien geschickt. Eine russische Militärmaschine hob vom französischen Châteauroux mit 50 Tonnen Hilfsgütern in Richtung des russischen Militärflughafens Hmeimim im Westen Syriens ab, sagte der Leiter des Flughafens. Die Güter sind für die Menschen in der früheren syrischen Rebellenenklave Ostghuta bestimmt.

In einer gemeinsamen Erklärung teilten Russland und Frankreich mit, dass mit der Initiative der Zugang der Zivilbevölkerung zu humanitärer Hilfe verbessert werden solle. Die Hilfsgüter sollten noch am Samstag unter Aufsicht des UN-Büros für humanitäre Hilfe in Ostghuta verteilt werden. Das französische Außenministerium teilte mit, dass es die Garantie von Russland erhalten habe, dass die syrische Regierung keinen Einfluss auf die Verteilung der Hilfsgüter nehmen werde.

Syrische Regierungsgruppen hatten das ehemalige Rebellengebiet im April nach erbitterten Kämpfen mit Unterstützung Russlands zurückerobert. Mehr als 1700 Zivilisten wurden dabei in dem Gebiet nahe Damaskus getötet, Tausende weitere wurden verletzt. Nach der Einnahme von Ostghuta startete die Armee eine Offensive auf die Provinzen Daraa und Kuneitra im Süden des Landes. Unter dem Druck des Militärs sagten die Aufständischen in Kuneitra und der Pufferzone zu den von Israel besetzten Golanhöhen kürzlich zu, ihre Waffen niederzulegen oder abzuziehen.

Der Krieg in Syrien war im Frühjahr 2011 ausgebrochen, als syrische Sicherheitskräfte mit Gewalt gegen Demonstrationen vorgingen. Seitdem wurden mehr als 400.000 Menschen getötet, Millionen sind auf der Flucht. Zeitweilig sah es so aus, als könnten die Rebellen Assad stürzen. Mit russischer und iranischer Hilfe gelang es den Regimekräften jedoch, große Teile des Landes wieder unter ihre Kontrolle zu bringen, darunter alle wichtigen Städte.