Ein Selbstmordattentäter hat sich während einer Wahlkampfveranstaltung der Awami-Nationalpartei (ANP) in der pakistanischen Stadt Peschawar in die Luft gesprengt und dabei mindestens zwölf Menschen getötet. 34 Personen wurden verletzt.

Unter den Toten befindet sich auch Haroon Ahmed Bilour, ein Führer der säkularen Partei, wie Polizeichef Qazi Jameel bestätigte. Der prominente Politiker war Kandidat der paschtunischen, linksliberalen Partei für die Parlamentswahlen am 25. Juli.

Laut Polizei zündete der Attentäter seinen Sprengsatz, als Bilour vor rund 200 Anhängern zu einer Rede ansetzen wollte. "Es war ein Selbstmordanschlag und er richtete sich gegen Bilour", sagte der Polizist Shafqat Malik. Bilour entstammte einer einflussreichen Politikerfamilie aus der Provinz Khyber-Pakhtunkhwa. Auch Bilours Vater, der ANP-Politiker Bashir Bilour, war 2012 bei einem Selbstmordanschlag getötet worden.

Militärsprecher wies auf schwierige Sicherheitslage hin

Wenige Stunden vor dem Anschlag hatte ein Sprecher des pakistanischen Militärs auf die prekäre Sicherheitslage im Vorfeld der Wahl hingewiesen. Zu der Tat bekannte sich zunächst niemand. Die ANP, die sich entschieden gegen extremistische Gruppen wie die Taliban wendet, war bereits wiederholt Ziel islamistischer Extremisten gewesen.

In Pakistan sind viele verschiedene extremistische Gruppen aktiv. Seit 2015 ist die Zahl der Anschläge vor allem wegen mehrerer Militäroffensiven gegen einige der islamistischen Gruppen in dem Land stark zurückgegangen. Trotzdem hat die Wahlkommission das Militär gebeten, die Abstimmung in ungefähr zwei Wochen mit rund 370.000 Sicherheitskräften zu schützen.