Pakistans früherer Premierminister Nawaz Sharif ist bei der Rückkehr in sein Heimatland festgenommen und in Untersuchungshaft genommen worden. Sharif und seine Tochter Maryam seien nach ihrer Landung in Lahore von Vertretern der Antikorruptionsbehörde festgenommen und in die Hauptstadt Islamabad gebracht worden, teilten die Behörden mit. Ein Gericht in Islamabad hatte Sharif vergangene Woche in Abwesenheit wegen Korruption zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt.

Das Urteil bedeutet einen schweren Rückschlag für Sharifs regierende Muslimliga vor der am 25. Juli beginnenden Parlamentswahl. Der Wahlkampf wurde am Freitag von einem Selbstmordanschlag erschüttert, bei dem in der Stadt Mastung nach Behördenangaben mindestens 128 Menschen getötet wurden.

Sharif war im vergangenen Oktober wegen mutmaßlicher Korruption angeklagt worden. Ihm wurden Enthüllungen aus den sogenannten Panama Papers zum Verhängnis. Diese bringen drei seiner Kinder mit Steuerhinterziehung und Geldwäsche in Zusammenhang. Über Briefkastenfirmen soll nach Ansicht der Justiz auch Sharif profitiert haben. Er hielt sich zuletzt in London auf, wo sich seine Frau einer Krebsbehandlung unterzieht.

Der oberste Gerichtshof Pakistans hatte Sharif im Juli 2017 wegen der Korruptionsvorwürfe seines Amtes als Premierminister enthoben. Er war damit der 15. Regierungschef in der 70-jährigen Geschichte Pakistans, der vor Ende seiner Amtszeit abgesetzt wurde.

Im April dieses Jahres erteilte ihm das oberste Gericht lebenslanges Politikverbot. Die Muslimliga Nawaz (PML-N) wird seitdem von seinem Bruder Shehbaz Sharif geführt. Dieser ist derzeit Regierungschef von Punjab, der größten Provinz in Pakistan.