Drei Monate nach ihrer Verurteilung zu 24 Jahren Haft wegen Korruption ist die frühere südkoreanische Präsidentin Park Geun Hye zu weiteren Freiheitsstrafen von insgesamt acht Jahren verurteilt worden. Das Bezirksgericht in Seoul befand Park für schuldig, während ihrer Amtszeit illegal hohe Summen vom Geheimdienst angenommen zu haben. Dafür haben die Richter gegen die 66-Jährige eine Haftstrafe von sechs Jahren verhängt. Zudem erhielt sie eine Strafe von zwei Jahren, weil sie illegal in die Auswahl von Kandidaten für die Parlamentswahl von 2016 eingegriffen habe.

Park hatte die Vorwürfe zurückgewiesen. Die Haftstrafen werden addiert, somit muss die ehemalige Präsidentin 32 Jahre ins Gefängnis.

Park war im Dezember 2016 vom Parlament abgesetzt worden. Kurz nachdem das Verfassungsgericht ihre Amtsenthebung im März 2017 bestätigt hatte, nahm die Polizei sie fest. Seitdem saß sie in Untersuchungshaft. Sie boykottierte ihren Prozess, indem sie Gerichtsterminen fernblieb. Auch zur Urteilsverkündung im April, die das südkoreanische Fernsehen erstmals live übertrug, erschien Park nicht, laut ihrer Anwälte aus Krankheitsgründen.

Zusätzlich zu der Haftstrafe wurde Park damals zur Zahlung von umgerechnet knapp 14 Millionen Euro verurteilt. Im Februar wurde auch ihre Vertraute Choi Sun Sil wegen der Korruptionsaffäre zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt. Choi hatte kein Regierungsamt inne, Park soll ihr aber regelmäßig erlaubt haben, sich in Regierungsgeschäfte einzumischen und die Weitergabe von Geheimdokumenten an ihre Freundin angeordnet haben. Gemeinsam sollen sie Bestechungs- und Erpressungsgelder in Höhe von umgerechnet 59 Millionen Euro eingestrichen haben.