Syrien - Hunderttausende fliehen vor Luftangriffen Syrische Regierungstruppen haben mithilfe russischer Kampfjets die Bombardements in Südsyrien fortgesetzt. Laut UN befinden sich 270.000 Menschen auf der Flucht. © Foto: Mohamad Abazeed/AFP/Getty Images

Die syrischen Regierungstruppen und ihr Verbündeter Russland haben nach dem Scheitern der Friedensgespräche mit Rebellen im Süden Syriens Aktivisten zufolge die Region erneut aus der Luft bombardiert. Über mehreren Gebiete seien Bomben gefallen, teilte die in Großbritannien ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit, die sich auf ein Netzwerk vor Ort stützt. Es waren demnach die ersten Angriffe seit vier Tagen.

Zuvor waren Verhandlungen zwischen den Rebellen und Vertretern Russlands über einen Abzug der oppositionellen Kämpfer aus ihren verbliebenen Gebieten vorerst gescheitert. Die Rebellen weigerten sich, auf die Forderung Russlands einzugehen, ihre schweren Waffen auf einmal abzugeben.

Russland hatte den Rebellen zuvor ein Ultimatum gestellt. Die Kämpfer sollten demnach kapitulieren und ihre Gebiete an die syrische Regierung übergeben. Andernfalls drohten weitere Angriffe.

Die syrische Armee geht seit dem 19. Juni mit Unterstützung russischer Kampfflugzeuge mit Waffen gegen Rebellen im Süden des Landes vor. Nach UN-Angaben wurden seither zwischen 270.000 und 330.000 Menschen in die Flucht getrieben. Zugleich tritt Russland als Vermittler zwischen den Rebellen und der syrischen Regierung auf. Am Donnerstag kommt der UN-Sicherheitsrat zu einer Dringlichkeitssitzung zur Lage im Süden Syriens zusammen.