Im Süden des Bürgerkriegslandes Syrien droht eine neue Eskalation der Gewalt. Die Verhandlungen zwischen den Rebellen und Vertretern Russlands über eine friedliche Lösung sind vorerst gescheitert, sagte ein Sprecher der Rebellen.

Die Rebellen weigerten sich nach eigenen Angaben, auf die Forderung Moskaus einzugehen, ihre schweren Waffen auf einen Schlag abzugeben. Sie seien zwar grundsätzlich zu einer Abrüstung bereit gewesen, jedoch nur schrittweise. Die seit Samstag laufenden Verhandlungen endeten damit ergebnislos. Eine weitere Gesprächsrunde wurde nicht vereinbart.

Truppen von Syriens Präsident Baschar al-Assad und Russland gehen seit zwei Wochen mit einer Großoffensive gegen die Rebellen im Süden vor, obwohl für das Gebiet um die Stadt Daraa eine sogenannte Deeskalationszone vereinbart worden war. Das Gebiet ist eine der letzten Regionen in Rebellenhand. Syriens Verbündeter Russland unterstützt die Kämpfe aus der Luft. Nach dem Scheitern der Verhandlungen habe es erneut Luftangriffe gegeben, sagte ein Sprecher der oppositionellen Freien Syrischen Armee. Kampfjets und Hubschrauber hätten Bomben auf verschiedene Orte nahe Daraa abgeworfen. Berichte über Opfer gab es zunächst nicht.

Die Kämpfe haben eine Massenflucht der Bevölkerung ausgelöst. Dem UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR zufolge drängen sich allein etwa 40.000 Menschen an der Grenze zu Jordanien. Das Nachbarland hat seine Grenze zu Syrien geschlossen, Jordanien hat bereits 650.000 Syrer als Flüchtlinge registriert. Die Regierung in Amman kündigte aber an, die Flüchtlinge in der Grenzregion vor Ort versorgen zu wollen. Mehrere Lastwagen stünden zur Lieferung von Hilfsgütern bereit und man warte auf die Erlaubnis der syrischen Regierung dafür, sagte der jordanische Außenminister Aiman Safadi in Moskau. Die Situation im Südwesten Syriens sei besorgniserregend.