Frankreich will verurteilte Terroristen und radikalisierte Straftäter nach deren Freilassung aus dem Gefängnis besser überwachen. Dazu werde eine eigene Einheit ins Leben gerufen, kündigte Frankreichs Premierminister Édouard Philippe an. Diese Sondereinheit werde der Anti-Terror-Einheit der nationalen Polizei unterstellt. Wie viele Personen ihr angehören werden, sagte Philippe nicht.

Die französischen Behörden erwarten, dass bis Ende kommenden Jahres 450 Häftlinge freikommen werden, die wegen terroristischer Straftaten verurteilt wurden oder sich im Gefängnis radikalisiert haben.

Die neue Überwachungseinheit ist Teil eines Anti-Terror-Plans, den Philippe in Levallois-Perret vor Journalisten präsentierte. Vorgesehen ist auch eine eigene Anti-Terror-Staatsanwaltschaft. Philippe sagte: "Wir glauben, dass sich ein Staatsanwalt in Vollzeit mit dem Kampf gegen den Terrorismus befassen sollte." Bisher übt der Pariser Staatsanwalt François Molins diese Aufgabe mit aus. Seit den islamistischen Attentaten vom Januar 2015 häufen sich die Fälle, mit denen sich Molins befassen muss.

Ausgebaut werden soll nach den Worten des Regierungschefs auch die Geheimdienstüberwachung in Gefängnissen, die derzeit 3.000 Häftlinge im Visier hat. Seit Februar 2017 gibt es dafür eine eigenständige Behörde, da Haftanstalten als Ort der Radikalisierung gelten.

In den vergangenen Jahren gab es in mehreren französischen Städten terroristische Anschläge. Dabei wurden insgesamt 246 Menschen getötet. Am Samstag jährt sich der Anschlag von Nizza zum zweiten Mal.