Ginge es nach Donald Trump, dann sollte Theresa May die Europäische Union verklagen. Die britische Premierministerin sagte am Sonntag dem Sender BBC, dass sie vom amerikanischen Präsidenten diesen Tipp erhalten habe. In einem vorab veröffentlichten Video der abends ausgestrahlten Andrew Marr Show erklärt May dem Moderator, Trump habe ihr bei seinem Besuch in London gesagt, sie solle erst gar nicht in Verhandlungen mit der EU eintreten. In diesen soll es unter anderem darum gehen, wie Großbritannien nach dem für Ende März 2019 avisierten Brexit weiterhin möglichst reibungslos Teil eines gemeinsamen Binnenmarktes bleiben könnte.

Trump hatte gesagt, wenn May seine Verhandlungstipps zum Austritt Großbritanniens nicht beherzige, gebe es keine Chance auf ein Handelsabkommen. Er würde mit der Europäischen Union ganz anders verhandeln. Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz hatte Trump gesagt, er habe der britischen Regierungschefin Vorschläge für die Verhandlungen gemacht – die diese aber für zu brutal gehalten habe. Die Premierministerin verwies in der BBC darauf, dass es von Trump abschließend versöhnlicher geheißen hatte: "Geht nicht weg. Verlasst die Verhandlungen nicht, denn dann sitzt ihr fest."

"Wir gehen in die Verhandlungen", bekräftigte May in dem Interview mit Andrew Marr. Am Sonntag erschien auch ein Gastbeitrag von ihr in der Zeitung Mail on Sunday, in dem sie schreibt, es sei nun an der Zeit, "praktisch und pragmatisch" zu sein. Der Brexit-Deal sei kein Wunschzettel mehr, von dem die Unterhändler sich etwas herauspicken könnten: "Es ist ein kompletter Plan mit einer Reihe von Konsequenzen, die nicht verhandelbar sind." 

Mit dieser Botschaft werde sie in Brüssel antreten. "Und wie Präsident Trump ja gesagt hat – ich bin eine toughe Verhandlerin."