Die türkische Regierung hat mehr als 18.500 Staatsbedienstete entlassen. Das Dekret, welches im Amtsblatt der Türkei veröffentlicht wurde, trifft 9.000 Polizisten und 6.000 Beschäftigte der Armee. Auch Universitätsmitarbeiter sind betroffen. Daneben ordnete die Regierung an, zwölf Verbände, drei Zeitungen und einen Fernsehsender zu schließen.

Unter den Entlassenen sind auch rund 1.000 Angestellte des Justizministeriums und 650 Angestellte des Bildungsministeriums. 148 im Rahmen von früheren Dekreten entlassene Staatsbedienstete wurden dagegen wieder in den Dienst aufgenommen. Seit der Verhängung des Ausnahmezustands in der Türkei nach dem Putschversuch im Juli 2016 haben Zehntausende Menschen im Staatsdienst ihre Arbeit durch ähnliche Dekrete verloren.

Laut türkischen Medien soll es sich um das letzte derartige Dekret vor der geplanten Aufhebung des Ausnahmezustands handeln. Der am 24. Juni wiedergewählte türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan soll am Montag neu vereidigt werden. Es wird erwartet, dass er den Ausnahmezustand dann beenden wird.