US-Präsident Donald Trump will kritischen Ex-Regierungsmitgliedern die Sicherheitseinstufung entziehen. Präsidentensprecherin Sarah Sanders begründete die anvisierte Maßnahme unter anderem damit, dass einige der potenziell Betroffenen unbegründete Anschuldigungen hinsichtlich Trumps Beziehungen zu Russland vorgebracht hätten. Ohne die Sicherheitseinstufung verlieren die betroffenen Personen den Zugang zu bestimmten Dokumenten.

Konkret nannte Sanders sechs ehemalige Führungspersönlichkeiten des Sicherheits- und Geheimdienstapparats. Dies sind der frühere Direktor des Auslandsgeheimdienstes CIA, John Brennan, der ehemalige Nationale Geheimdienstdirektor James Clapper, der Ex-Chef der Bundespolizei FBI, James Comey, der vormalige Leiter des auf die Überwachung elektronischer Kommunikation spezialisierten Auslandsgeheimdienstes NSA, Michael Hayden, Ex-FBI-Vizechef Andrew McCabe und die frühere Nationale Sicherheitsberaterin Susan Rice.

Ehemalige Regierungsmitarbeiter mit fortbestehendem Zugang zu geheimen Dokumenten hätten dieses Privileg in manchen Fällen genutzt, um Parteipolitik zu betreiben und Geld zu verdienen, sagte Sanders. Sie führte nicht näher aus, was sie mit dem Vorwurf der finanziellen Nutzung von Geheimmaterial meinte. 

Sanders bestritt die Darstellung, Trump wolle damit Kritiker seines Gipfeltreffens mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin bestrafen. "Nein, ich denke, da legen Sie sich Ihre eigene Geschichte zurecht", sagte Sanders.

Besonders Brennan, Comey, Clapper und Hayden sind regelmäßige Kritiker Trumps. Nach dessen in freundlicher Atmosphäre verlaufenen Treffens mit Putin in Helsinki hatte etwa Brennan dem US-Präsidenten vorgeworfen, dessen Auftritt laufe auf Hochverrat hinaus.

Clapper bezeichnete die von Trump erwogene Maßnahme als "sehr, sehr kleinkariert". Es handle sich wohl um Vergeltung für die Kritik am Präsidenten, sagte er dem Sender CNN.

Frühere Leiter von Geheimdiensten behalten laut Washington Post nach dem Ausscheiden aus dem Amt üblicherweise ihren Sicherheitszugang. Dies solle ihnen den Austausch mit ihren Nachfolgern erleichtern.

Bei mindestens zwei der von Sanders genannten ehemaligen Regierungsmitarbeitern ist der Sicherheitszugang aber gar nicht mehr vorhanden. Der von Trump gefeuerte Comey verlor diese Einstufung, wie die Washington Post berichtete. Das Gleiche gilt für McCabe, wie dessen Sprecherin Melissa Schwarz auf Twitter mitteilte.