In den USA befinden sich mehr als 700 Kinder illegaler Einwanderer weiter in Gewahrsam der Behörden, obwohl die Wiedervereinigung der Familien bis zu diesem Donnerstag richterlich angeordnet war. Das berichteten der US-Fernsehsender CNN sowie andere Medien. Demnach sind bislang 1.442 Einwandererfamilien mit ihren Kindern, die älter als fünf Jahre sind, wieder zusammengekommen.

Die Regierung gab nach Angaben von CNN an, den Stichtag eingehalten zu haben. Die verbliebenen 711 Familien seien entweder nicht auffindbar gewesen oder die Eltern seien als nicht geeignet beurteilt worden.

Ein Bundesbezirksrichter hatte der US-Regierung Ende Juni eine Frist bis zum 26. Juli gesetzt, um alle Kinder und Jugendlichen, die nach dem illegalen Grenzübertritt von ihren Familien getrennt worden waren, wieder mit ihren Angehörigen zusammenzuführen. Für Kinder unter fünf Jahren galt eine Deadline binnen 14 Tagen. Auch diese hielt die US-Regierung nicht zu 100 Prozent ein.

Die Trennung der Familien war erfolgt, nachdem US-Präsident Donald Trumps Regierung eine Null-Toleranz-Politik verfügt hatte. Unter dieser soll jeder illegale Grenzübertritt strafrechtlich verfolgt werden: Während Erwachsene in dem Zuge vorläufig in Gefängnissen untergebracht wurden, kamen deren Kinder in andere Einrichtungen. Im Inland sowie international hatte Trumps Migrationspolitik Kritik und Entsetzen ausgelöst.

In einer Art Kehrtwende hatte Trump dann ein Ende der Praxis per Dekret verfügt. Kinder von illegal Eingewanderten sollen nun gemeinsam mit ihren Eltern eingesperrt werden.