Die USA dürfen wieder zusammengeführte Einwandererfamilien vorerst nicht in ihre Heimatländer abschieben. Das ordnete ein Richter auf Antrag der Bürgerrechtsorganisation American Civil Liberties Union (ACLU) an. Laut Gericht hätte die Vereinigung "beständige und wachsende Gerüchte" angeführt, nach denen es unmittelbar nach den Zusammenführungen zu Massenabschiebungen kommen könnte.

Die ACLU fordert, dass die Familien mindestens eine Woche Zeit bekommen, um darüber zu entscheiden, ob sie einen Asylantrag in den USA stellen. Darüber will Richter Dana Sabraw in der kommenden Woche entscheiden.

Infolge der "Null-Toleranz"-Linie von US-Präsident Donald Trump in der Einwanderungspolitik wurden an der amerikanisch-mexikanischen Grenze aufgegriffene Einwanderfamilien getrennt. Da jeder illegale Grenzübertritt strafrechtlich verfolgt werden soll, werden die Erwachsenen vorläufig in Gefängnissen untergebracht, während die Kinder in Betreuungseinrichtungen kommen.

US-Regierung muss Familien bald zusammenführen

Diese Praxis hatte in den USA sowie international für Kritik gesorgt. Inzwischen hat Trump per Dekret angeordnet, dass Einwandererfamilien zukünftig nicht mehr getrennt werden dürfen. Nach der Wiedervereinigung mit ihren Kindern sollten die meisten Eltern freikommen. Die Erwachsenen müssen dann möglicherweise Fußfesseln tragen, während ihre Fälle vor Einwanderungsgerichten behandelt werden. Dieser Prozess kann Jahre dauern.

Nach einer Anordnung von Richter Sabraw muss die US-Regierung bis zum 26. Juli alle Kinder und Jugendlichen, die nach dem illegalen Grenzübertritt von ihren Eltern getrennt wurden, mit ihren Angehörigen zusammenführen. Die Frist wurde von Sabraw im Juni gestellt. Insgesamt geht es um rund 2.000 Minderjährige.