Der Schlagabtausch zwischen Donald Trump und dem Iran geht in eine neue Runde. Der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif reagierte auf die jüngsten Drohgebärden des US-Präsidenten bei Twitter mit den Worten "Sie sehen uns unbeeindruckt". Sarif schrieb in derselben Großbuchstabenmanier wie zuvor Trump: "Uns gibt es schon seit Jahrtausenden, und wir haben den Niedergang von Imperien gesehen, unser eigenes eingeschlossen, die länger währten als die Existenz mancher Länder." Seine Twitter-Replik schloss Sarif mit der gleichen Warnung, die der US-Präsident an Irans Präsidenten Hassan Ruhani gerichtet hatte: "Seien Sie vorsichtig!" 

Trump hatte am Montag auf Twitter geschrieben: "An Irans Präsident Ruhani: Bedrohen Sie niemals wieder die USA, oder Sie werden Konsequenzen von der Art zu spüren bekommen, wie sie wenige zuvor in der Geschichte erleiden mussten. Wir sind nicht länger ein Land, das Ihre wahnsinnigen Worte von Gewalt und Tod hinnehmen wird. Seien Sie vorsichtig!"

Er bezog sich damit offenbar auf Aussagen Ruhanis, der den US-Präsidenten mit Blick auf Wirtschaftssanktionen davor gewarnt hatte, mit dem Feuer zu spielen. Zudem drohte Ruhani mit einer Schließung der Ölexportrouten am Persischen Golf, was die gesamte Ausfuhr aus der Region blockieren könnte.

Auch der Berater von Ruhani äußerte sich. Nicht der Iran, sondern Trump selbst sei eine Gefahr für die USA, schrieb Hesamodin Ashna auf Twitter. "Dieser Mann ist die größte Bedrohung für sein eigenes Land sowie für die gesamte internationale Gemeinschaft." Trumps Rolle bestehe in erster Linie darin, Lügen zu verbreiten und weltweit den Halbstarken zu spielen.

Hintergrund der verbalen Auseinandersetzung ist der geplante einseitige Ausstieg der USA aus dem internationalen Atomabkommen mit dem Iran. Die 2015 erzielte Vereinbarung soll die Islamische Republik am Bau von Atombomben hindern. Trump will nicht nur die Vereinbarung kippen, sondern auch Sanktionen gegen iranische Finanzinstitute und den Energiesektor wieder einsetzen.