Im Prozess gegen Donald Trumps früheren Wahlkampfmanager Paul Manafort haben die Staatsanwaltschaft sowie die Verteidigung ihre Eröffnungsstatements vorgetragen. Manafort habe mithilfe von Offshorekonten ein System aufgebaut, um bei einem zweistelligen Millionenbetrag die Steuer- und Bankengesetze zu umgehen, sagte der stellvertretende US-Staatsanwalt Uzo Asonye. Manafort habe einen Pfad der Lügen hinterlassen, während er ein Leben im Luxus geführt habe. Er habe sich dabei als über dem Gesetz stehend betrachtet. Alle Vorwürfe zusammengenommen ergäben ein klares Bild, sagte Asonye: "Paul Manafort hat gelogen."

Der Prozess gegen Paul Manafort vor einem Gericht in Alexandria im US-Bundesstaat Virginia ist der erste, der aus den Untersuchungen von Sonderermittler Robert Mueller hervorgegangen ist. Mueller untersucht, ob Trumps Wahlkampfteam mit Russland zusammengearbeitet hat. Im Prozess gegen Manafort geht es allerdings um dessen Lobbyarbeit in der Ukraine, nicht um seine Rolle in Trumps Wahlkampf. Der Lobbyist ist angeklagt, seine Einnahmen als politischer Berater nicht ordnungsgemäß versteuert zu haben.

Laut seiner Verteidigung hat Manafort die US-Behörden niemals über sein Einkommen und seine Bankkonten im Ausland täuschen wollen. Er habe anderen Personen vertraut, damit diese den Überblick über die Millionen Dollar behielten, die er für seine Beratertätigkeiten in der Ukraine erhalten habe, sagte Anwalt Thomas Zehnle. Besonders seinem Geschäftspartner Rick Gates, dem jetzigen Kronzeugen der Staatsanwaltschaft, habe Manafort vertraut, sagte er. Manafort habe sich in Gates getäuscht. Der Anwalt bat die Jury, Gates nicht zu glauben. Dieser hatte sich zuvor schuldig bekannt und zugestimmt, mit den Ermittlern kooperieren zu wollen. 

Insgesamt sollen in dem Prozess 35 Zeugen gehört werden, darunter auch Rick Gates. Im September soll zudem in Washington ein zweiter Prozess gegen Manafort beginnen, bei dem es um den Vorwurf der Geldwäsche gehen wird.

Manafort hatte bis Mitte Juni unter Hausarrest gelebt. Dann musste er ins Gefängnis, weil Ermittler ihn beschuldigt hatten, Zeugen beeinflussen zu wollen. Manafort hatte von Juni bis August 2016 den Wahlkampf von Donald Trump geleitet. Er war dabei unter anderem für den Parteitag zuständig, an dem sich Trump die Nominierung seiner Partei sicherte.