Der russische Präsident Wladimir Putin könnte schon bald nach Washington kommen. US-Präsident Donald Trump hat seinen Nationalen Sicherheitsberater John Bolton gebeten, Putin einzuladen. Das teilte die Pressesprecherin des Weißen Hauses, Sarah Huckabee Sanders, mit. Entsprechende Diskussionen seien im Gange. Trump hatte zuvor bereits getwittert, er freue sich auf ein weiteres Treffen mit Putin.

Die Präsidenten waren am Montag in Helsinki zusammengetroffen. Bei einem erneuten Treffen könne man beginnen, die in Helsinki diskutierten Themen umzusetzen, schrieb Trump. Unter anderem nannte Trump dabei den Kampf gegen den Terrorismus, Cyberangriffe, einen Frieden im Nahen Osten, die Ukraine, Handelsfragen sowie die Eindämmung der Verbreitung von Atomwaffen. Ebenso wie Putin bezeichnete er das Treffen in Finnland als Erfolg. "Es gibt viele Antworten für diese Probleme, manche schwer, manche leicht … aber alle können gelöst werden", schrieb der US-Präsident.

Den Medien warf Trump Kriegshetze vor. Diese wollten unbedingt eine große Auseinandersetzung mit Russland haben, selbst wenn diese zu einem Krieg führe, twitterte Trump. "Sie drängen so rücksichtslos hart und hassen die Tatsache, dass ich wahrscheinlich eine gute Beziehung zu Putin haben werde", fügte er hinzu.

Trump weist Putins Vorschlag zu angeklagten Spionen zurück

Zuvor hatte Trump den Vorschlag von Wladimir Putin abgelehnt, zwei US-Bürger, denen Russland Vorwürfe macht, durch russische Behörden vernehmen zu lassen. Russischen Ermittlern werde es nicht erlaubt, den ehemaligen US-Botschafter in Moskau, Michael McFaul, und weitere US-Bürger zu befragen, sagte Pressesprecherin Sanders. Eine solche Befragung hatte Putin als Bedingung dafür genannt, dass US-Sonderermittler Robert Mueller zwölf Russen verhören darf, die wegen Cyberangriffen im Zusammenhang mit den US-Wahlen 2016 verdächtigt werden.

Die zwölf Russen waren kurz vor dem Treffen der beiden Staatschefs in den USA angeklagt worden. Sie sollen in Computernetzwerke der Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton eingedrungen sein und Informationen über das Internet verbreitet haben, um die Präsidentenwahl zugunsten von Trump zu beeinflussen. Auf der Pressekonferenz mit Putin hatte Trump Erkenntnisse der US-Geheimdienste zu einer russischen Einmischung angezweifelt. Dafür war er deutlich kritisiert worden, auch von seiner eigenen Partei.

Putin nannte seine Gespräche mit Trump eine positive Wende und äußerte sich besorgt über nicht näher genannte Kräfte in den USA, die bessere Beziehungen zu Russland verhindern wollten, insbesondere die russisch-amerikanische Kooperation im Syrien-Krieg oder bei der Kontrolle von Waffen. "Als die größten Atommächte haben wir eine besondere Verantwortung für die strategische Stabilität und Sicherheit", sagte Putin.