Die Vereinten Nationen (UN) haben akute Geldprobleme. Wie Generalsekretär António Guterres in einem Brief an die Mitglieder schrieb, fehlten dem UN-Haushalt Ende Juni 139 Millionen Dollar. Guterres forderte die Mitglieder auf, ihre ausstehenden Mitgliedsbeiträge zu zahlen. Eine Organisation wie die UN sollte nicht wiederholt vor der Pleite stehen, schrieb der Generalsekretär. "Der Kapitalfluss ist so niedrig wie nie zuvor zu so einem frühen Zeitpunkt des Kalenderjahres", so Guterres.

Im Dezember hatte die UN-Vollversammlung für 2018 und 2019 einen Kernhaushalt von 5,4 Milliarden Dollar vereinbart. Allerdings haben nach Angaben der Organisation erst 112 der 193 Mitgliedsstaaten ihren Anteil bezahlt. Unter den 81 Ländern, die ihren Beitrag noch nicht gezahlt haben, sind neben armen Ländern wie Niger und Kongo sowie Konfliktstaaten wie Afghanistan und Syrien auch Saudi-Arabien und die Vereinigten Staaten. Die USA, auf die 22 Prozent des Haushalts entfallen, bezahlen ihre Beiträge allerdings meist erst später im Jahr.

Deutschland hat nach Angaben der UN seinen Beitrag von rund 155 Millionen Dollar bereits im Februar gezahlt. Im Hinblick auf den Geldmangel kündigte Guterres an, vor allem bei jenen Kosten sparen zu wollen, die nicht die Mitarbeiter betreffen.