Der UN-Sondergesandte für Syrien Staffan de Mistura will bei einem Treffen mit Vertretern Russlands, des Irans und der Türkei Anfang September über die Ausarbeitung einer neuen Verfassung für das Bürgerkriegsland beraten. De Mistura teilte mit, dass er im südrussischen Sotschi dazu Gespräche mit Vertretern der drei Staaten geführt habe. In der Schwarzmeerstadt finden derzeit Verhandlungen über eine mögliche Lösung des Syrienkonflikts statt.

Die Bildung eines Verfassungskomitees, dem Vertreter der syrischen Regierung und der Opposition angehören sollen, war im Januar bei einem Treffen in Sotschi beschlossen worden. De Mistura traf zudem im Juni in Genf Abgesandte Moskaus, Teherans und Ankaras, um über die Bildung des Komitees zu sprechen, doch lagen ihm damals nur die Namen von 50 Regierungskandidaten vor. Die Opposition schickte ihm erst im Juli eine Liste mit 50 eigenen Kandidaten.

Der Sondergesandte bezeichnete die Ausarbeitung einer neuen Verfassung als "Schlüsselelement" zur Beendigung des jahrelangen Bürgerkriegs, durch den seit 2011 mehr als 350.000 Menschen gestorben sind. Politische Gespräche in Genf unter Vermittlung de Misturas haben bisher keine Fortschritte gebracht. Parallel laufen seit Anfang 2017 Gespräche im kasachischen Astana zwischen Russland, der Türkei und dem Iran über Schritte zur Deeskalation des Konflikts.

Bei den seit Montag laufenden Gesprächen in Sotschi geht es um die Verfassung, die Freilassung von Gefangenen und die Situation in den Deeskalationszonen. Die Türkei als Unterstützer der Rebellen und Russland und der Iran als Verbündete der syrischen Regierung hatten vergangenes Jahr die Einrichtung von vier Zonen vereinbart, in denen eine Waffenruhe gelten sollte, doch eroberte die Regierung inzwischen die Gebiete in Ostghuta, Daraa und Homs zurück.