Bei ihrem Treffen in Helsinki haben der russische Präsident Wladimir Putin und sein US-Amtskollege Donald Trump Gemeinsamkeiten hervorgehoben. Konkrete Ergebnisse ihres mehrstündigen Gesprächs gab es aber keine. Beide äußerten sich zu dem Vorwurf, Russland habe sich in den US-Wahlkampf eingemischt. "Ich musste wiederholen, was ich bereits mehrmals gesagt habe: Die russische Regierung hat sich nie in den US-Wahlkampf eingemischt", sagte Putin.

Trump versicherte ebenfalls erneut, dass er nicht an eine russische Einmischung in die Wahl glaube. Er sehe auch keinen Grund, warum Russland das hätte tun sollen.

Trump widersprach damit den US-Geheimdiensten, die eine russische Einmischung in die Wahl als erwiesen betrachten. "Ich habe großes Vertrauen in meine Geheimdienstleute, aber ich sage Ihnen, dass Präsident Putin heute extrem stark und kraftvoll bei seinem Dementi war", sagte Trump.

Putin habe vorgeschlagen, dass russische und amerikanische Ermittler zusammenarbeiten, um die Vorwürfe russischer Hackerattacken auszuräumen, sagte Trump und freute sich über ein "unglaubliches Angebot". Die USA könnten dem Vorschlag zufolge Erkenntnisse ihrer Geheimdienste mit dem russischen Militär teilen und so könne Russland die Wahrheit herausfinden. 

Putin stritt zudem ab, über kompromittierendes Material zu verfügen, mit dem er Trump schaden oder unter Druck setzen könnte. "So einen Unsinn kann man sich nicht vorstellen", sagte Putin. "Ich respektiere Herrn Trump als Oberhaupt des amerikanischen Staates. Aber als er damals nach Moskau gekommen ist, wusste ich nicht, dass er sich dort befindet." 2017 hatten Medien über ein Dossier berichtet, das auch Material über einen Moskaubesuch von Trump vor seiner Präsidentschaft beinhalten solle. Das Papier enthält eine Auflistung von angeblich belastendem, aber nicht verifiziertem Material über Trumps Verbindungen zu Russland. 

Putin und Trump lobten ihr Gespräch als einen offenen und produktiven Dialog. Es seien "eine ganze Reihe kritischer Fragen zwischen unseren beiden Ländern" zur Sprache gekommen, sagte Trump und kündigte an, das Gipfeltreffen von Helsinki sei "erst der Anfang" im beiderseitigen Verhältnis. Putin sagte, es gebe "keine objektiven Gründe" für Spannungen im Verhältnis beider Staaten.

Putin fordert mehr internationales Engagement von Trump

In Bezug auf den Konflikt in der Ostukraine forderte Putin die USA zu mehr Einsatz auf. "Die USA könnten entschlossener sein und die ukrainische Führung dazu bringen, ihre Arbeit zu machen", sagte Putin. Sie hätten auch über den Minsker Friedensplan gesprochen. Dieser wird bisher kaum umgesetzt. In der Ostukraine kämpfen seit 2014 prorussische Separatisten gegen ukrainische Regierungssoldaten. Nach UN-Angaben sind dabei bislang mehr als 10.000 Menschen getötet worden.

Auf Diskussionen über die annektierte Krim wollte sich Putin nicht einlassen. Beide bekräftigten ihre bekannten gegensätzlichen Positionen. "Für uns, für Russland, ist diese Frage beantwortet", sagte Putin. Russland hatte die Halbinsel im März 2014 nach einem umstrittenen Referendum ins eigene Staatsgebiet aufgenommen. Die USA und die EU verurteilten das Vorgehen als völkerrechtswidrig. Die Ukraine sieht die Region weiterhin als Teil ihres Staatsgebietes an.

Im Syrien-Konflikt wünscht sich Putin eine engere Zusammenarbeit mit den USA. "Russland und die USA können in diesem Land die Führung in dieser Frage übernehmen und bei der Überwindung der humanitären Krise zusammenarbeiten", sagte Putin. Er nannte auch die Rückkehr von Flüchtlingen in ihre Heimat als einen der wichtigen Punkte.  

Außerdem schlug Putin den USA einen neuen Dialog über Fragen der atomaren Rüstungskontrolle vor. Dabei könnte es um eine Verlängerung des New-Start-Vertrags von 2010 gehen, sagte der Kremlchef. Der Vertrag begrenzt die Zahl von Trägersystemen und Sprengköpfen und läuft 2021 aus. Besorgt äußerte sich Putin über die Raketenabwehrsysteme der USA und eine mögliche Aufrüstung im Weltraum. Außerdem schlug Putin eine enge Zusammenarbeit gegen Terrorismus und Cyberbedrohungen vor.