Bei einem Anschlag in einem schiitischen Viertel im Westen Kabuls sind mindestens 25 Menschen getötet und 35 verletzt worden. Nach Angaben der Polizei sprengte sich der Angreifer in einem Bildungszentrum in die Luft.

Erst vor drei Wochen waren in der afghanischen Hauptstadt mindestens 23 Personen getötet und 107 Menschen verletzt worden, nachdem sich ein Selbstmordattentäter am Eingang des Flughafens in die Luft gesprengt hatte. Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) hatte den Anschlag für sich reklamiert. 

Die afghanische Regierung steht bereits wegen eines fünf Tage andauernden Talibanangriffs auf die Stadt Ghasni unter Druck, bei dem Hunderte Zivilisten und Sicherheitskräfte getötet wurden. Dabei handelt es sich um eine der größten Offensiven der Taliban seit Jahren. Im Vorfeld der für den 20. Oktober geplanten Parlamentswahl wird mit weiterer Gewalt gerechnet.

Zuletzt wurden in Kabul und anderen Teilen Afghanistans wiederholt Anschläge vor allem gegen Schiiten verübt. Seit Januar gab es in der afghanischen Hauptstadt 16 Angriffe mit mehr als 240 Toten. Anfang des Monats waren bei einem Selbstmordanschlag auf eine schiitische Moschee im Osten des Landes 35 Menschen getötet und fast hundert weitere verletzt worden. Viele der Taten wurden dem sunnitischen IS zugeschrieben, der die Schiiten als Ketzer ansieht.