Was dem rechten Verschwörungstheoretiker Alex Jones derzeit widerfährt, scheint seine Weltsicht zu bestätigen – und gut fürs Geschäft zu sein. Innerhalb von kurzer Zeit haben YouTube, Facebook, Spotify und Apple Inhalte von ihm gelöscht. Jetzt sperrte Twitter seinen persönlichen Account – zumindest für eine Woche. Jones zeigte sich auf seiner Internetseite Infowars mit einem Stück Klebeband auf dem Mund, auf dem "zensiert" steht. Er warnt schon lange davor, dass große Internetkonzerne bald konservative Internetseiten blockieren würden.

Vergangene Woche hatte Twitter diesen Schritt noch ausgeschlossen. Das Unternehmen begründete die Entscheidung nun damit, Jones habe zu Gewalt aufgerufen. Ihm wird darüber hinaus vorgeworfen, gegen Einwanderer, Muslime und Transgender zu hetzen und Gewalt zu verherrlichen. Laut New York Times hatte er ein Video getwittert, in dem er Anhänger aufrief, ihre Gewehre zum Einsatz gegen die Medien bereit zu machen. Auf den Twitter-Account von Infowars kann Jones weiterhin zugreifen.

Jones nutzt die Löschungen, um seine eigene App zu bewerben: "Ladet die kostenlose offizielle Infowars-App herunter, bevor die Gedankenpolizei Infowars dauerhaft zensiert!", heißt es auf der Seite. Jones ist ein Unternehmer, der weiß, wie sich Geld verdienen lässt. Einen Großteil seiner Einnahmen erzielt er laut Medienberichten mit dem Verkauf von Produkten, die er regelmäßig auf seinen Kanälen bewirbt. Darunter sind schutzsichere Westen, Nahrungsergänzungsmittel und was man sonst noch so für den angeblich bevorstehenden Untergang brauchen könnte.

Mit Donald Trump versteht sich Jones ausgezeichnet

Dass nun einige von Jones' Inhalten gesperrt wurden, wird ihm vermutlich mehr Fans und Umsätze bringen als kosten. In seinem Onlineshop wirbt Jones nun: "Bekämpft die Schikanen, rettet das Internet, sichert euch das Infowars-Superspezial."

Alex Jones gilt als der einflussreichste Verschwörungstheoretiker in den USA. Seine werktägliche Radioshow erreicht Millionen Amerikaner. Jones verbreitet unter anderem, die Regierung sei verantwortlich für die Anschläge vom 11. September. Zwei Amokläufe an Schulen hält er für Inszenierungen von linken Aktivisten, die damit schärfere Waffengesetze erreichen wollten.

Mit US-Präsident Donald Trump versteht sich Jones gut, unterstützte den Republikaner im Wahlkampf und hat seitdem gute Verbindungen zu ihm: "Trump und ich haben seit der Wahl mehrfach gesprochen. Über die Freiheit und unser gemeinsames Ziel, unsere Gegner zu vernichten", sagte er dem Spiegel. Erstmals in seinem Leben sei er ein klein bisschen zuversichtlich, dass der Untergang Amerikas doch abgewendet werden könne.