In der Affäre um Schweigegeldzahlungen an zwei mutmaßliche Ex-Geliebte des US-Präsidenten bemühen sich die Ermittler um die Aussage eines weiteren engen Vertrauten Donald Trumps. Laut übereinstimmenden US-Medienberichten sei Allen Weisselberg bereits vor einem Monat als Zeuge geladen worden, als es um die Ermittlungen gegen Trumps Ex-Anwalt Michael Cohen ging. Nun sei Weisselberg in einem weiteren Schritt Immunität zugesagt worden, sollte er in dem Fall aussagen.

Der Anwalt Cohen hatte sich diese Woche vor Gericht wegen Steuerbetrugs und illegaler Wahlkampffinanzierung schuldig bekannt und seinen früheren Mandanten schwer belastet. Cohen räumte ein, Schweigegeld in Höhe von 130.000 beziehungsweise 150.000 Dollar (114.000 beziehungsweise 131.000 Euro) an die Pornodarstellerin Stormy Daniels und das Ex-Playmate Karen McDougal gezahlt zu haben, die nach eigenen Angaben sexuelle Kontakte zu Trump hatten. Er habe dabei auf Anweisung "eines Kandidaten" gehandelt und mit der "Intention, die Wahl zu beeinflussen". 

Seit Tagen wird nun diskutiert, ob diese Zahlungen als illegal zu werten sind oder nicht. Zwar sind Schweigegeldzahlungen als solche nicht verboten – die US-Justiz argumentiert aber, dass es sich dabei de facto um Wahlkampfausgaben gehandelt habe, die als solche hätten deklariert werden müssen.

Von Weisselberg erhoffen sich die Ermittler nun weitere Erkenntnisse. Einem Bericht des Senders NBC zufolge handelt es sich bei Weisselberg um denjenigen Manager in der Trump Organisation, dem Cohen eine Rechnung mit der Bitte um Begleichung geschickt hatte. Dies sei ebenjene Rechnung gewesen, die zur Erstattung von Schweigegeld geführt habe, das Cohen vorher gezahlt hatte.

Dem Bericht zufolge hat Weisselberg einen weiteren Manager der Trump Organisation daraufhin angewiesen, die Rechnung zu begleichen. "Bitte aus dem Trust bezahlen", hieß es demnach in einer E-Mail. Die Anweisung habe enthalten, die Zahlung als "Rechtskosten" zu deklarieren und in der Beschreibung die Bezeichnung "Pauschale für Januar und Februar 2017" zu verwenden, berichtet der NBC.

Das "ultimative Albtraumszenario für Trump"

Wäre Weisselberg zu einer Aussage bereit, sei dies das "ultimative Albtraumszenario für Trump", zitiert der US-Sender CNN einen ehemaligen Angestellten der Trump Organisation. Weisselberg wisse alles über die Finanzen Trumps, von der Steuererklärung bis hin zu Firmenverkäufen, wird der Ex-Mitarbeiter weiter zitiert.

Nach Angaben des Wall Street Journal hat Trump die Kontrolle über seine Finanzen nach seinem Amtsantritt an seine beiden Söhne und Weisselberg abgegeben. Unter die Holding der Trump Organization LLC fallen unter anderem Trumps Geschäfte im Immobilien- und Unterhaltungssektor, mit seinen Hotels und Golfplätzen sowie Merchandisingartikeln.

Noch ist unklar, ob sich Weisselberg auf das Angebot der Ermittler einlassen wird. Derweil ist ein anderer laut Medienberichten dazu bereit: Der Chef des Boulevardblatts National Enquirer, David Pecker, will der Staatsanwaltschaft im Gegenzug für strafrechtliche Immunität Informationen liefern, berichten Wall Street Journal und New York Times. Demnach erhalte auch der Chefredakteur des National Enquirer, Dylan Howard, Immunität.