Der vermeintliche Hackerangriff auf die Wählerdatenbank der Demokratischen Partei in den USA war lediglich ein Sicherheitstest. Die Partei und ihre Sicherheitspartner gingen inzwischen davon aus, dass die gefälschte Domain "von Dritten als Teil eines simulierten Phishing-Tests erstellt wurde", sagte der Sicherheitschef des Demokratischen Nationalkomitees (DNC), Bob Lord.

Am Vortag hatte die Partei mitgeteilt, Softwareexperten hätten einen Angriff auf die Datenbank VoteBuilder erfolgreich vereitelt. Hacker hätten mithilfe einer gefälschten Loginseite versucht, Nutzernamen und Passwörter zu erlangen und sich so Zugang zu der Datei zu verschaffen.

Der Test habe zahlreiche Merkmale eines echten Angriffs nachgeahmt, sagte Lord. Er sei weder vom DNC noch von VoteBuilder genehmigt gewesen. Das DNC sei "sehr erleichtert", dass es sich nicht um den Angriff einer fremden Macht gehandelt habe. Der Vorfall sei aber ein weiterer Beweis dafür, "dass wir angesichts möglicher Angriffe weiter wachsam sein müssen".

Ein hochrangiges Parteimitglied sagte laut der Nachrichtenagentur AP, der Demokraten-Parteiverband im Bundesstaat Michigan hätte den Test eingeleitet, ohne die Parteispitze zu informieren. Damit habe der Verband die Sicherheit des Loginsystems überprüfen wollen, sagte der Parteivertreter, der anonym bleiben wollte. Daraufhin sei die Partei durch ein automatisiertes Sicherheitssystem vor einem Angriff gewarnt worden.

Im US-Präsidentschaftswahlkampf 2016 waren nach Erkenntnissen der US-Geheimdienste Hacker des russischen Militärgeheimdienstes GRU in Netzwerke der Demokraten eingedrungen. Die so erlangten Dokumente und E-Mails wurden später veröffentlicht, um die demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton in Bedrängnis zu bringen.

Erst am Dienstag hatte der Technologiekonzern Microsoft mitgeteilt, Cyberattacken auf den US-Senat und konservative US-Denkfabriken vereitelt zu haben. Auch hier setzten die Hacker Kopien der Internetangebote der Institutionen auf, um an Nutzerdaten zu gelangen.