Frankreichs staatlicher Energiekonzern EDF hat wegen der Hitzewelle zwei Atomreaktoren heruntergefahren. Wie das Unternehmen mitteilte,  betreffen die Maßnahmen den Reaktor 1 des Kraftwerks Saint-Alban und den Reaktor 2 des Kraftwerks Bugey an der Rhône im Osten des Landes. Das Atomkraftwerk in Fessenheim am Oberrhein hatte aus demselben Grund seine Leistung gedrosselt.

Das Ziel ist, dass die Wassertemperatur in den extrem aufgeheizten Gewässern nicht weiter steigen soll. Daher soll weniger erwärmtes Kühlwasser hineingeleitet werden, was Auswirkungen auf den Betrieb der Reaktoren hat. Auch in Deutschland haben Atomkraftwerke deshalb schon ihre Leistung gedrosselt.

Laut EDF war der Reaktor 1 am Kraftwerkstandort Saint-Alban schon am Donnerstag abgeschaltet worden, am Freitagmittag sei dies erneut nötig gewesen. Auch Bugey 2 sei im Laufe des Nachmittags abgeschaltet worden. Hinzu kommen weitere Reaktoren an den beiden Standorten, die ihre Leistung drosselten. Für den Fall, dass die Temperaturen noch weiter steigen, sei auch eine erneute Absenkung des Leistungsniveaus nicht ausgeschlossen, teilte EDF weiter mit.

Besonders umstritten ist das Atomkraftwerk Fessenheim. Die Bundesregierung fordert seit Langem, den Standort zu schließen. Das älteste französische AKW gilt als unsicher. Weil sich der Bau eines neuen Atomreaktors im nordfranzösischen Flamanville wiederholt verzögerte, wurde Fessenheim bisher nicht abgeschaltet. Der neue Reaktor soll die Stromproduktion in Fessenheim ablösen.