Der russische Präsident Wladimir Putin hat der Nato vorgeworfen, eine Abstimmung über Regeln für Militärflüge zu verweigern. Putin und der finnische Präsident Sauli Niinistö berieten bei ihrem Treffen im südrussischen Sotschi, wie das Risiko bei Militärflügen über der Ostsee verringert werden kann. Russland sei bereit, mit der Nato über mehr Sicherheit bei diesen Flügen zu verhandeln, sagte Putin.

Die militärischen Aufklärungsflüge Russlands und der Nato über der Ostsee haben seit 2014 zugenommen, sie führen oft gefährlich dicht an den Luftraum der anderen Seite oder an Schiffe auf dem Meer heran. Hintergrund ist mitunter das gespannte Verhältnis seit der Annexion der Krim. Russland ist misstrauisch wegen der Verlegung von Nato-Truppen nach Polen und ins Baltikum. Finnland selbst ist militärisch neutral.

Russlands Präsident kritisierte, dass die Nato mit ihren Militäreinrichtungen immer näher an die russische Grenze heranrücke. Sein Land sehe sich daher gezwungen, die eigene militärische Infrastruktur zu verstärken.

Russische Kampfjets nahe Nato-Luftraum

Die britische Luftwaffe hatte kurz zuvor mitgeteilt, in Rumänien seien zwei ihrer Eurofighter aufgestiegen, um mutmaßlich russische Kampfjets nahe dem Nato-Luftraum am Schwarzen Meer zu überprüfen. Die britischen Flugzeuge seien von einem rumänischen Stützpunkt nahe Constanța gestartet. Sie seien den beiden unbekannten Jets gefolgt, bei denen es sich wohl um zwei russische Suchoi Su-30 gehandelt habe.

Die britische Marine teilte mit, eines ihrer Boote beobachte die Bewegungen eines russischen Kriegsschiffs im Ärmelkanal. Das Minenjagdboot Hurworth habe ein Auge auf die russische Fregatte Admiral Makarow. Im Mai hatte der Chef der britischen Marine gesagt, dass man eine deutlich verstärkte Aktivität der russischen Marine feststelle, die "fortwährend unsere Entschlossenheit austestet".