Wegen des vergifteten früheren russischen Doppelagenten Sergej Skripal haben die USA weitere Sanktionen gegen Russland angekündigt. Die russische Regierung habe "chemische oder biologische Waffen in Verstoß gegen internationales Recht eingesetzt oder tödliche chemische oder biologische Waffen gegen ihre eigenen Staatsbürger benutzt", teilte das US-Außenministerium mit.

Um welche Sanktionen es sich genau handeln wird, blieb unklar. Die Sanktionen würden voraussichtlich den Widerruf von Exportlizenzen an Russland umfassen und die Güter mit Bezügen zur nationalen Sicherheit betreffen, sagte ein ranghoher Mitarbeiter im Außenministerium. Ausnahmen von den Strafmaßnahmen seien möglich, etwa Aktivitäten rund um die Raumfahrt sowie Auslandshilfen. Über kommerzielle Zivilluftfahrt und andere Gewerbegüter für den Flugverkehr würde von Fall zu Fall entschieden, hieß es. Die Strafmaßnahmen sollen ab dem 22. August umgesetzt werden.

Sergej Skripal und seine Tochter Julia wurden im März in Großbritannien mit dem Kampfstoff Nowitschok vergiftet. Beide entkamen nur knapp dem Tod. Großbritannien und die USA machten die russische Regierung für die Tat verantwortlich. Nowitschok wurde in der früheren Sowjetunion entwickelt, später experimentierten aber auch andere Länder damit. Der Kreml wies die Vorwürfe zurück.

Der Fall löste eine schwere diplomatische Krise aus. Etwa 25 Staaten sowie die Nato hatten als Konsequenz aus dem Fall insgesamt mehr als 140 russische Diplomaten des Landes verwiesen. Der Kreml reagierte mit der Ausweisung ähnlich vieler Diplomaten. Allein die USA hatten 60 Russen zu "unerwünschten Personen" erklärt und sie ausgewiesen. US-Präsident Donald Trump warf Deutschland später vor, im Vergleich dazu zu wenig getan zu haben. Die Bundesregierung hatte vier Diplomaten ausgewiesen. 

Grundlage der neuen US-Sanktionen ist das Gesetz zur Kontrolle chemischer und biologischer Waffen. Es sieht vor, dass der US-Präsident bestimmte Sanktionen gegen Staaten verhängt, wenn sie solche Waffen eingesetzt haben. Dazu zählt unter anderem das Verbot, bestimmte Güter und Technologien dorthin zu exportieren. Die neuen Sanktionen dürften die Beziehungen zwischen den Regierungen in Washington und Moskau weiter verschlechtern. US-Geheimdienste werfen Russland vor, sich in US-Wahlen eingemischt zu haben und weiter einzumischen. Im vergangenen Monat hatte sich Trump in Helsinki mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin getroffen.