An der Grenze zwischen dem Gazastreifen und Israel ist es erneut zu gewaltsamen Protesten gekommen. Nach palästinensischen Angaben wurden dabei zwei Menschen getötet und Dutzende verletzt. Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums sagte, ein Sanitäter sei östlich der Stadt Rafah von israelischen Soldaten erschossen worden. Im gleichen Gebiet sei auch ein 55-jähriger Mann getötet worden. Mindestens 85 Palästinenser seien durch Schüsse verletzt, 131 weitere anderweitig verwundet worden.

Der Sanitäter war laut dem Sprecher ein Freiwilliger der Rettungskräfte der Regierung in Gaza. Er ist mindestens der zweite medizinische Helfer, der bei den Protesten an der Grenze getötet wurde. Die Auseinandersetzungen zwischen palästinensischen Demonstranten und der israelischen Armee halten bereits seit März an.

Das israelische Militär teilte mit, Kämpfer der radikalislamischen Hamas hätten "Sprengkörper und Brandbomben" sowie eine Granate auf israelische Soldaten geworfen. Im Gegenzug habe man Panzerfeuer auf den Posten der Hamas eröffnet.

Am Mittwochabend und Donnerstag hatten sich die Hamas und die israelische Armee heftige Gefechte geliefert. Mehr als 180 Raketen wurden aus dem Gazastreifen nach Israel abgefeuert. Durch den Beschuss wurden dort sieben Menschen verletzt. Die israelische Armee antwortete mit Bombardements im Gazastreifen, bei denen drei Menschen starben. Eine zwischen Hamas und Israel vereinbarte Waffenruhe hatte dann zunächst Wirkung gezeigt.

Auch an diesem Freitag hatten nach israelischen Angaben mehrere Tausend Palästinenser an mehreren Orten in der Nähe der Grenze demonstriert. Sie steckten Reifen in Brand und warfen Steine, wie AFP-Journalisten berichteten. Im Vergleich zu den vergangenen Wochen beteiligten sich demnach jedoch weniger Menschen an den Protesten.