Nach israelischen Luftangriffen als Reaktion auf Beschuss aus dem Gazastreifen haben militante Palästinenser eine Ende der aktuellen Gewalt erklärt. "Diese Eskalation ist aufgrund von internationaler und regionaler Vermittlung vorbei", teilte die Vereinigung für den bewaffneten Widerstand mit. Zu der Gruppe gehören unter anderem die radikalislamische Hamas und der Islamische Dschihad. Der UN-Nahostgesandte Nikolay Mladenov hatte zuvor zu einem Ende der Gewalt aufgerufen.

Die israelische Armee wollte dies zunächst nicht bewerten. Bei israelischen Angriffen in dem Küstengebiet waren in der Nacht nach palästinensischen Angaben eine Frau und ihr Kind getötet worden sowie ein Mitglied des militärischen Arms der Hamas. Insgesamt neun weitere Palästinenser wurden dem Ministerium zufolge verletzt.

Nach Angaben der israelischen Armee wurden über Nacht insgesamt rund 180 Geschosse nach Israel abgefeuert. Sieben Israelis seien verletzt worden. Mehr als 30 palästinensische Raketen seien abgefangen worden, die meisten schlugen auf freiem Gelände ein. Die israelische Armee attackierte nach eigenen Angaben daraufhin ihrerseits mehr als 140 Ziele im Gazastreifen, darunter Trainingscamps, Lagerstätten und eine Waffenfabrik.

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu will mit seinen engsten Beratern und der Armeeführung das weitere Vorgehen besprechen. Die Spannungen entlang der Gazagrenze nehmen seit Wochen zu. Ranghohe israelische Armeevertreter haben erklärt, man befinde sich kurz vor einer neuen "Gazaoperation". Zuletzt hatte es 2014 einen Krieg um Gaza gegeben. Neben dem Beschuss Israels mit Raketen sorgen auch mit Benzin getränkte und in Brand gesetzte Drachen für eine Erhöhung der Spannungen. Die von Palästinensern nach Israel geschickten Branddrachen haben bereits große Flächen im israelischen Grenzgebiet verwüstet und massive Schäden an Ernte und Natur verursacht.

Israelische Medien berichteten auch von Verhandlungen über eine langfristige Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas unter ägyptischer Vermittlung. Die Hamas hatte am Montag Gespräche mit Ägypten über eine Waffenruhe bestätigt. Von Israel gab es dafür keine offizielle Bestätigung.