Irans geistliches Oberhaupt Ajatollah Ali Chamenei hat alle direkten Verhandlungen mit den USA untersagt. "Ich verbiete jedes Gespräch mit Amerika", zitierte das iranische Fernsehen das Staatsoberhaupt. Auch den Vorschlag von US-Präsident Donald Trump zu einem direkten Treffen mit dem iranischen Präsidenten Hassan Ruhani lehnte Chamenei ab.

Es war Chameneis erste Reaktion auf die neuen US-Sanktionen. "Amerika hält nie seine bei Gesprächen gemachten Versprechen" und gebe "nur leere Worte" von sich, begründete Chamenei seine Anordnung. Zudem warf er den USA vor, nicht zu Kompromissen bereit zu sein: Sie rückten nie von ihren Zielen bei Verhandlungen ab.

Die von Trump wieder eingeführten Sanktionen gegen sein Land seien weniger schlimm als die Misswirtschaft der Regierung in Teheran, sagte Chamenei. "Ich will es nicht Verrat nennen, aber einen riesigen Fehler beim Management." Wäre dieses besser und gäbe es eine bessere Planung, könne der Iran Sanktionen überstehen.

Trump hatte das internationale Nuklearabkommen mit dem Iran gekündigt und Sanktionen wieder eingesetzt. Daraufhin hat die iranische Währung seit April etwa die Hälfte ihres Werts verloren. Ein Grund dafür ist, dass iranische Bürger seitdem Dollar kaufen, um ihre Ersparnisse zu sichern. Auch der Preis für Goldmünzen ist stark angestiegen. In den vergangenen Wochen haben Tausende Iraner im ganzen Land gegen hohe Lebenshaltungskosten und fehlende Jobs protestiert.

Iran präsentiert neue Kurzstreckenrakete

Indes hat der iranische Verteidigungsminister Amir Hatami eine neue Version seiner Kurzstreckenrakete Fateh vorgestellt. Sie sei im Iran hergestellt worden und präziser als die vorherigen Modelle.

Der Iran werde ungeachtet der internationalen Proteste sein Raketenprogramm jeden Tag verbessern, sagte Hatami nach Informationen der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA. Die Raketen würden aber nur im Verteidigungsfall eingesetzt.

Das iranische Raketenprogramm ist international umstritten. Besonders die Mittelstreckenraketen gelten als ernsthafte Bedrohung für Israel. Mit einer Reichweite von 2.000 Kilometern könnten sie jeden Teil des Landes treffen. Die Regierung in Teheran betrachtet ihre Verteidigungsstrategie als legitim, weil der Iran sich von den USA, Israel und Saudi-Arabien bedroht sieht.