Erstmals seit knapp einem Jahr ist wieder eine Audiobotschaft aufgetaucht, die vom IS-Anführer Abu Bakr al-Bagdadi stammen soll. Die der Extremistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) nahestehende Al-Furkan-Mediengruppe veröffentlichte die Aufnahme, in der angeblich Al-Bagdadi seine Anhänger zum Durchhalten aufruft.

Der Kampf müsse trotz der jüngsten Niederlagen weitergehen. "Diejenigen, die ihre Religion vergessen, die Geduld, den Dschihad gegen ihre Feinde und ihre Sicherheit angesichts des Versprechens des Schöpfers, brechen zusammen und stürzen", heißt es in der Aufnahme.

Unklar ist, ob die Stimme die von Al-Bagdadi ist. Die Aufnahme dürfte relativ neu sein, weil es darin Bezüge zu einem muslimischen Fest in dieser Woche und zu jüngsten politischen Ereignissen gibt, beispielsweise dem aktuellen Streit zwischen den USA und der Türkei.

Al-Bagdadi, der schon mehrmals totgesagt wurde, soll sich im irakisch-syrischen Grenzgebiet versteckt halten. Im vergangenen Jahr hatte Russland mitgeteilt, er sei möglicherweise bei einem russischen Luftangriff gestorben. Sein Tod wurde jedoch nie bestätigt. Der IS kontrollierte bis ins vergangene Jahr große Teile Syriens und des Irak, ist inzwischen aber nach vielen Niederlagen gegen die internationale Anti-IS-Allianz in die Wüste zurückgedrängt worden.

In der Rede wurde Bezug genommen auf Anschläge in Kanada und Europa. IS-Kämpfer sollten Bomben, Messer und Autos nutzen, um Anschläge auszuführen. Der IS hat immer wieder die Verantwortung für solche Taten in der westlichen Welt übernommen, zuletzt etwa Ende Juli in Toronto. Bei einer Schießerei wurden zwei Menschen getötet und 13 weitere verletzt.