Gerade noch hatte US-Verteidigungsminister James Mattis angekündigt, die Militärmanöver mit Südkorea eventuell wieder aufzunehmen, jetzt hält US-Präsident Donald Trump in einem Tweet dagegen: Es gebe "derzeit keinen Grund, große Summen für gemeinsame Kriegsspiele der USA und Südkoreas auszugeben", schrieb Trump am Mittwochabend.

Nichtsdestotrotz könnten sie wieder begonnen werden, wenn der US-Präsident sich dazu entschließe, schrieb Trump. "Wenn er das tut, werden sie deutlich größer sein als je zuvor." Der US-Präsident betonte aber auch sein gutes Verhältnis zu Machthaber Kim Jong Un, sowie auch zu Chinas Präsident Xi Jinping.

Mattis hatte im Gegensatz dazu erklärt, es gebe derzeit keine Pläne für ein weiteres Aussetzen der Militärübungen. "Wir haben derzeit keine Pläne, weitere Übungen zu suspendieren", sagte Mattis am Dienstag bei einer Pressekonferenz im Pentagon.

Trump hatte Kim bei ihrem Treffen am 12. Juni überraschend angeboten, auf die Manöver zu verzichten. Die USA könnten dadurch "eine enorme Menge Geld sparen", hatte er in Singapur gesagt. Damit kam Trump der Regierung in Pjöngjang entgegen, die seit Langem ein Ende der regelmäßigen Manöver forderte. Den Verbündeten Südkorea hatte der US-Präsident zuvor offenbar nicht eingeweiht. Für Verwunderung hatte auch gesorgt, dass Trump die Übungen als "provozierend" bezeichnet hatte. Dieser Begriff wurde bislang von Nordkorea verwendet.

Zweifel an Nordkoreas Abrüstung wachsen

Im Gegenzug verlangte er, Nordkorea müsse sein Atomprogramm aufgeben. Ob dies tatsächlich geschieht, wird zunehmend bezweifelt. Außenminister Mike Pompeo hatte eine für diese Woche geplante Reise in das isolierte Land auf Geheiß von Trump abgesagt. Laut Trump, weil es nicht genügend Fortschritte bei der Denuklearisierung gebe. Der republikanische Senator Marco Rubio hatte am Vortag seine Hoffnung auf eine ernsthafte Abrüstung Nordkoreas aufgegeben.

Der Präsident machte am Mittwoch erneut China hauptsächlich dafür verantwortlich, dass die Abrüstung nicht vorankomme. Trump habe stark das Gefühl, dass Nordkorea unter großem Druck Chinas stehe, ausgelöst durch den Handelsstreit Chinas mit den USA. Gleichzeitig versorge China aber das kommunistische und von weltweiten Sanktionen betroffene Land in signifikanter Weise mit Hilfsgütern, darunter Treibstoff, Dünger und andere Rohstoffe sowie mit Finanzen.